So geht‘s Pokémon-Karten: Wert ermitteln

Spielkarten oder Wertanlage? Foto: Shutterbugs Flight / shutterstock.com
Spielkarten oder Wertanlage? Foto: Shutterbugs Flight / shutterstock.com

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was den Preis einer Pokémon-Karte bestimmt und wie Sie deren Wert ermitteln können.

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
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Pokémon feiert 2021 seinen 25. Geburtstag und mit ihm viele Millennials, die Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre geboren worden sind. Die Karten erfahren im Moment einen nie da gewesenen Hype und erzielen teils astronomische Preise. Aber wie lässt sich der Wert alter und neuer Pokémon-Karten (ANZEIGE) ermitteln?

Diese Faktoren bestimmen den Wert

Natürlich ist es für einen Laien nicht möglich, eine beliebige Pokémon-Karte anzusehen und verlässlich zu bestimmen, welchen Preis sie am Markt erzielt. Allerdings gibt es einige Faktoren, anhand derer zumindest grob eingeschätzt werden kann, ob die Karte überhaupt einen gewissen Wert hat.

Zustand

Als Kind ging man nicht unbedingt pfleglich mit den Pokémon-Karten um. Ältere Exemplare sind oft bespielt, gewellt und abgegriffen. Dies mindert den Wert natürlich. Je besser der Zustand, desto höher ist potenziell der Wert.

Auflage

Wie bei allen Sammelobjekten gilt auch bei den Pokémon-Karten: Je seltener, desto besser. Aus diesem Grund sind erste und limitierte Auflagen mehr wert als die herkömmlichen. Auf den alten Karten ist der Vermerk „1 Edition“ links unterhalb des Bildes zu finden. Außerdem gibt es streng limitierte Karten, die zum Beispiel nur bei Turnieren ausgegeben worden sind. Die sind heiß begehrt und können Top-Preise erzielen. Die Chance, dass sich so eine Karte in der Erinnerungskiste aus der Kindheit befindet, ist aber äußerst gering.

Generation und Alter

Pokémon gibt es in verschiedenen Generationen, um genauer zu sein in acht (Stand März 2021). Die 151 Pokémon der ersten Generation gehören immer noch zu den Lieblingen unter den Sammlern. Insbesondere die Karten aus dem Base Set, also dem ersten jemals erschienenen Set, erzielen heute Höchstpreise. Aus welchem Jahr die Pokémon-Karten stammen, steht immer ganz unten. Welcher Generation die darauf abgebildeten Monster angehören, finden Sie im Poké-Wiki heraus.

Set

In Anlehnung an den vorigen Punkt darf hier natürlich das jeweilige Set, aus dem die Karten stammen, nicht fehlen. Seitdem das Basisset mit den ersten 102 Pokémon-Karten veröffentlicht worden ist, folgten etliche weitere Sets im Laufe der Jahre. Davon sind manche beliebter als andere, aber auch die Auflagen variieren. Gerade die Sets aus den Anfangsjahren sind heute sehr beliebt. Eine Übersicht mit allen jemals veröffentlichten Sets und den darin enthalten Karten finden Sie hier.

Sprache

Zu einer Zeit, als man Pokémon-Karten noch im Tante-Emma-Laden von nebenan gekauft hat, war es selbstverständlich schwerer, an fremdsprachige Karten zu kommen, als das heute über das Internet der Fall ist. Da der englischsprachige Markt jedoch größer als der deutsche ist, bringen die englischen Karten auch mehr sein. Dasselbe gilt teilweise auch für die japanischen Karten, deren Design sich ein wenig von den deutschen und englischen unterscheidet.

Seltenheit

Jede Pokémon-Karte enthält ein Symbol, das über deren Seltenheit Aufschluss gibt. Diese Symbole befinden sich entweder links oder rechts unten auf der Karte und lassen sich wie folgt deuten:

Kreis: Häufig oder Common

Karten mit einem schwarzen Kreissymbol sind die häufigsten, das heißt, von ihnen wurden am meisten Exemplare gedruckt. Dadurch sinkt natürlich auch der potenzielle Wert. Nichtsdestotrotz können alte Karten aus der ersten Edition in perfektem Zustand noch gute Preise erzielen.

Raute: Weniger häufig oder Uncommon

Das Raute-Symbol markiert Karten, die weniger oft gedruckt worden sind. Sie sind also von mittlerer Seltenheit und potenziell ein bisschen mehr wert.

Stern: Selten oder Rare

Der Stern auf einer Pokémon-Karte besagt, dass sie besonders selten ist. Damit steigt auch ihr Wert. Seit den Anfangstagen des Kartenspiels wurde der Stern um viele weitere Symbole ergänzt, um einen noch höheren Seltenheitswert zu signalisieren. Diese gestalten sich wie folgt:
 

  • X: Das X hinter dem Stern steht für VMAX-Karten mit besonders auffälligem Design.
  • U: Ein U hinter dem Stern steht für „Ultra Rare“, also ultraselten.
  • R: R steht für Rainbow bzw. Regenbogen und wird auf Karten mit Regenbogeneffekt verwendet.
  • S: Das S steht für „Secret Rare“ und damit sehr seltene Karten.

Darüber hinaus gibt es etliche Abwandlungen des Sternsymbols. Darunter der Dreifachstern (Triple Star), weiße oder goldene Sterne. Auch gibt es verschiedene Glitzereffekte (Holos), die sich teilweise über die ganze Karte erstrecken. All diese Symbole und verschiedenen Glitzereffekte drücken aus, dass die Karten besonders selten und damit potenziell auch wertvoller sind.

Promo

Zu guter Letzt gibt es noch Promo-Karten, die durch den Schriftzug „Promo“ gekennzeichnet sind, der sich meist unterhalb des Bildes befindet. Diese Karten sind in der Regel besonders schwer zu bekommen und gehören daher oftmals zu den wertvollsten.

Was bedeutet shadowless?

Zwar ist „shadowless“ keine offizielle Seltenheitsstufe, unter Sammlern wird das Attribut aber nahezu gleichwertig behandelt. Das Design der Pokémon-Karten der allerersten Edition (Base Set) wurde zu einem gewissen Zeitpunkt verändert. Mit dieser Designänderung erhielt das Kartenbild einen Schatten, der sich rechts daneben sichtbar abzeichnet. Die vorigen Karten enthielten diesen Schatten nicht und sind daher seltener. Falls Sie mehr über die einzelnen Seltenheitsstufen und Besonderheiten erfahren wollen, sehen Sie hier nach.

Centering

Alle Pokémon-Karten haben einen Rand. Dieser kann zum Beispiel gelb oder schwarz sein. Das Centering (die Zentrierung) gibt an, wie gleichmäßig die Karten ausgestanzt worden sind. Bei einem perfekten Centering sind die seitlichen Ränder sowie der obere und der untere Rand proportional zueinander. Das gilt auch für den blauen Rand auf der Rückseite. Ist das Verhältnis ungleichmäßig, schmälert das den Wert der Karte.

Grading

Mittlerweile ist es gang und gäbe, den Zustand von Pokémon-Karten von spezialisierten Grading-Anbietern wie PSA oder ESG bewerten zu lassen. Diese vergeben ein Grading (Bewertung), das sich unmittelbar auf den Wert der Karten auswirkt. Je höher das Grading, desto höher der Wert. Hierbei wird vor allen Dingen auf den Zustand und das Centering geachtet. Dieser Service ist allerdings kostenpflichtig. Es sollten daher nur Karten eingeschickt werden, deren Wert höher als die Servicegebühren ist.

Merke: Der Wert einer Pokémon-Karte wird hauptsächlich durch den Zustand, die Seltenheit und die Nachfrage am Markt bestimmt.

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Wie lässt sich der Wert der Pokémon-Karten ermitteln?

Bislang haben wir uns darauf fokussiert, welche Eigenschaften sich auf den Wert einer Karte auswirken. Letztlich bestimmt aber immer die Nachfrage auf dem Markt den Preis. Karten, die vor einigen Jahren noch im mittleren dreistelligen Bereich gehandelt worden sind, können heute hohe vier- bis fünfstellige Beträge einbringen. Starre Preislisten anzufertigen, ist bei den rasanten Marktentwicklungen daher unmöglich. Aus diesem Grund sollten Sie dort nachsehen, wo die Pokémon-Karten gehandelt werden. Gehen Sie auf Plattformen wie eBay, eBay Kleinanzeigen, Amazon oder die Seiten von spezialisierten Händlern und suchen Sie dort nach den konkreten Karten, die Sie verkaufen möchten. So erhalten Sie einen ungefähren Eindruck des Marktpreises. Dabei können Festpreise aber oftmals trügerisch sein, da diese gerne zu hoch angesetzt werden. Ein realistischeres Bild liefern Auktionen, da sie Aufschluss darüber geben, was der Markt tatsächlich bereit ist zu zahlen.


Warum sind Pokémon-Karten so viel wert?

Natürlich haben Pokémon-Karten keinen realen Wert, da es sich im Grunde genommen lediglich um bedrucktes Papier handelt. Dass die Karten im Moment so astronomische Preise erzielen, lässt sich wohl eher durch ein kollektives Gefühl von Nostalgie erklären. Die Kinder, die in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren mit Pokémon aufgewachsen sind, befinden sich jetzt in einem Alter, in dem sie Geld verdienen und sich die all die Karten kaufen können, die sie sich in ihrer Kindheit nicht haben leisten können. Dahinter steckt wohl das Festhalten an den guten Erinnerungen aus Kindertagen. Man will sich dieses Gefühl mit den Karten zurückholen. Die Nachfrage steigt, doch das Angebot bei den alten Karten, die nicht mehr gedruckt werden, ist natürlich begrenzt. Insbesondere solcher in perfektem Zustand, schließlich wurden die Karten damals bespielt, über den Schulhof geschoben, getauscht und dann ewig liegen gelassen. Geringes Angebot plus hohe Nachfrage resultiert in starken Preissteigerungen.

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