Wie stehen die Chancen, im März Polarlichter in Deutschland zu sehen? Das sagen aktuelle Prognosen.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Unter bestimmten Bedingungen können Polarlichter auch in Deutschland sichtbar werden. Eine aktuelle Prognose zur geomagnetischen Aktivität zeigt, dass es im März zumindest zeitweise Chancen geben könnte.

 

Wie Polarlichter entstehen

Polarlichter entstehen durch Teilchen von der Sonne. Diese geladenen Teilchen treffen auf das Magnetfeld der Erde und werden in Richtung der Pole gelenkt. Dort stoßen sie in der oberen Atmosphäre mit Gasen zusammen. Dabei entsteht das bekannte grüne oder rötliche Leuchten am Himmel. Wie weit dieses Leuchten nach Süden reicht, hängt davon ab, wie stark die Sonnenaktivität ist. Fachleute messen diese Aktivität unter anderem mit dem sogenannten Kp-Index.

Der Kp-Index einfach erklärt

Der Kp-Index beschreibt, wie stark das Magnetfeld der Erde gerade gestört wird. Die Skala reicht von 0 bis 9.

  • 0 bis 2: sehr ruhige Bedingungen
  • 3 bis 4: leicht erhöhte Aktivität
  • 5: geomagnetischer Sturm
  • 6 bis 9: starke bis extreme Stürme

Je höher der Wert, desto weiter können Polarlichter Richtung Süden sichtbar werden. Deutschland liegt für das Beobachten der Polarlichter relativ weit südlich. Deshalb braucht es meist mindestens Kp 6 oder Kp 7, damit Polarlichter überhaupt eine Chance haben, hier gesehen zu werden.

Die aktuelle Prognose für März

Eine langfristige Vorhersage der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOAA) zeigt für die kommenden Wochen überwiegend moderate Werte zwischen Kp 2 und Kp 4. Das reicht normalerweise nicht aus, damit Polarlichter in Deutschland sichtbar werden.

Es gibt jedoch einige Tage mit höherer prognostizierter Aktivität. Besonders um den 21. März könnte der Wert kurzzeitig auf etwa Kp 6 steigen. Auch um den 22. März sowie um den 25. und 26. März werden Werte um Kp 5 erwartet.

Das bedeutet: Die Chancen bleiben insgesamt gering, könnten an diesen Tagen aber etwas steigen – vor allem im Norden Deutschlands.

Hinweis: Wie zuverlässig sich Polarlichter vorhersagen lassen, ist allerdings begrenzt. Langfristige Prognosen – etwa über mehrere Wochen – können nur abschätzen, wann erhöhte Sonnenaktivität möglich sein könnte. Ob tatsächlich ein starker geomagnetischer Sturm entsteht, zeigt sich oft erst kurzfristig. Genauere Vorhersagen sind meist nur wenige Stunden bis etwa ein oder zwei Tage im Voraus möglich.

Wo findet man aktuelle Vorhersagen?

Wer sich für Polarlichter interessiert, findet auf der Webseite der NOAA eine Vorhersage für deren Sichtbarkeit. Diese zeigt die Aktivität von Aurora Borealis allerdings nur für die kommenden 30 Minuten an. Weiter in die Zukunft blicken die Prognosen der Universität von Alaska. Hier kann man sich die prognostizierte Aktivität für die kommenden Tage und Wochen anzeigen lassen. Auch für Europa.

Wann Polarlichter am ehesten sichtbar sind

Selbst bei hoher Sonnenaktivität müssen noch weitere Bedingungen stimmen. Wichtig sind vor allem:

  • klare Nächte ohne Wolken
  • möglichst wenig Licht von Städten
  • freie Sicht Richtung Norden
  • Beobachtung spät abends oder nachts

Die beste Zeit liegt meist zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts.

Auch der Mond spielt eine Rolle: Bei hellem Mondlicht sind schwache Polarlichter schwerer zu erkennen.