Polen Hooligans greifen Homosexuellen-Demo an

Von red/kna 

Im polnischen Bialystok haben rechtsextreme Hooligans den ersten Gleichheitsmarsch für die Rechte von Homosexuellen angegriffen. Die rund 800 LGBT-Demonstranten seien unter anderem mit Flaschen, Pflastersteinen und Knallkörpern beworfen worden.

Zu Protesten gegen den Gleichheitsmarsch hatten unter anderem rechtsextreme Fußballanhänger aufgerufen. (Symbolbild) Foto: dpa
Zu Protesten gegen den Gleichheitsmarsch hatten unter anderem rechtsextreme Fußballanhänger aufgerufen. (Symbolbild) Foto: dpa

Bialystok - Rechtsextreme Hooligans haben den ersten Gleichheitsmarsch im polnischen Bialystok für die Rechte von Homosexuellen angegriffen. Die rund 800 LGBT-Demonstranten seien unter anderem mit Flaschen, Pflastersteinen und Knallkörpern beworfen worden, teilte die örtliche Polizei am Wochenende mit. Die Sicherheitskräfte hätten am Samstag eine Blockade des Marsches verhindert.

Die Polizei verhängte den Angaben zufolge gegen 16 Menschen Ordnungsgelder. Vier weiteren Personen wirft sie Raub oder Attacken auf Polizisten vor. Auf im Internet veröffentlichten Videos ist zu sehen, wie Hooligans einen Mann und eine Frau schlagen und treten. Zu Protesten gegen den Gleichheitsmarsch hatten unter anderem rechtsextreme Fußballanhänger aufgerufen.

Erzbistum: „kategorisch Nein“

Innenministerin Elzbieta Witek betonte am Sonntag auf Twitter, die Polizei werde immer entschlossen auf Gesetzesverstöße reagieren: „Es gab und gibt keine Erlaubnis für rowdyhaftes Verhalten.“ Der linksliberale Europaabgeordnete Robert Biedron sagte: „Was in Bialystok geschah, ist grauenhaft und todernst.“

Der katholische Erzbischof der 300.000-Einwohner-Stadt, Tadeusz Wojda, hatte zu Gebeten in der Kathedrale parallel zum Gleichheitsmarsch aufgerufen - „für die Verteidigung der christlichen Vision des Menschen, der Familie und des allerhöchsten Gutes, der Kinder“. In einer am ersten Juli-Wochenende in allen Kirchen des Erzbistums verlesenen Erklärung sagte er „kategorisch Nein“ zu der Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Menschen (LGBT). Man dürfe nicht zulassen, dass heilige Werte verhöhnt und religiöse Gefühle ungestraft verletzt würden. Während dieser Paraden würden Teilnehmer mit ihrer „unzensierten Haltung und Kleidung“ besonders bei Kindern und Jugendlichen Anstoß erregen.