Polizei auf Facebook und Twitter Ein kleiner Fehler stört beim Start

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Die Polizei entdeckt die sozialen Netzwerke für sich: die Behörde informiert auf ihrer Facebook-Seite über den Einsatz bei Stuttgart 21.

Die Polizei Stuttgart ist nun auch auf Facebook vertreten. Foto: dapd
Die Polizei Stuttgart ist nun auch auf Facebook vertreten. Foto: dapd

Stuttgart - Nach mehr als zwei Woche haben fast 2000 Internetnutzer die Facebook-Seite des Polizeipräsidiums Stuttgart mit dem „gefällt mir“-Klick markiert (Stand: 22. Januar). Damit bekommen all diese Personen automatisch angezeigt, was die Polizei ins Netz stellt, sobald sie ihr Facebook-Profil aufrufen. Den Auftritt hat die Polizei eingerichtet, um über Stuttgart-21-Einsätze zu informieren. Für die einsatzbegleitende Öffentlichkeitsarbeit ist der Mannheimer Polizist Renato Gigliotti ins Polizeipräsidium geholt worden. Er kümmert sich um Facebook und den Nachrichtendienst Twitter.

Renato Gigliotti ist Polizeibeamter und Migrant. Damit meint der Mannheimer nicht nur seinen italienischen Namen, sondern auch seine Erfahrung im sozialen Netzwerk Facebook. Auf dieser Plattform betreut der 44-jährige Polizeioberrat nun die Öffentlichkeitsarbeit „Im Gegensatz zu jungen Leuten, die heutzutage mit dem Internet aufgewachsen sind, gilt man in meiner Generation als technischer Migrant“, sagt Gigliotti. Die Polizei müsse aber dennoch in dem Netzwerk aktiv sein, meint er, „denn es ist nun mal ein Kanal, über den sich heutzutage viele Menschen informieren“. Das gelte ebenso für Twitter.

Beiträge kommen von der Polizei

Seit mehr als zwei Wochen ist die Polizei nun auf Facebook unterwegs. Eine kleine Panne habe es am ersten Tag gegeben. Nutzer konnten ihre Beiträge auf die Seite stellen. „Wir hatten einen Haken nicht gesetzt bei der Anmeldung“, erklärt Gigliotti. Dadurch war das möglich. Die Beiträge sollen nämlich nur von der Polizei kommen. Fragen und Reaktionen können die Nutzer über die Kommentarfunktion loswerden.

„Uns interessiert, was die Leute diskutieren“, erläutert Gigliotti. Die Seite sei nicht für Strafanzeigen gedacht, auch dürfe die Polizei keine rechtlichen Fragen beantworten. „Die geben wir dann weiter.“ Mit den neuen Informationskanälen wolle die Polizei zum einen „mehr Transparenz“ über ihr Vorgehen schaffen. Andererseits wolle sie auch bei Gerüchten und falschen Informationen schnell reagieren können.

Beleidigungen werden gelöscht

Die Kommentare werden alle gelesen. „Wir löschen nur dann, wenn Beleidigungen oder zu ausufernde Darstellungen darin enthalten sind“, sagt Gigliotti.

Die Stuttgarter Polizei habe nicht vor, wie es zum Beispiel ihre Kollegen in Hannover handhaben, die Seite abseits des Themas Stuttgart 21 künftig für Fahndungen zu nutzen. „Da haben wir datenschutzrechtliche Bedenken“, da Nutzer etwa Fahndungsfotos weiterverbreiten könnten.

Wer sich nicht auf Facebook anmelden will, kann sich auch am Bürgertelefon der Polizei unter 89 90-20 44 informieren.

Auch in der Nacht zu Sonntag hat die Polizei auf Facebook über ihren Einsatz am Wagenburgtunnel informiert.