In Weissach wird die Nachricht verbreitet, dass eine unbekannte Person Kinder anspreche. Die Polizei geht von einem Gerücht aus. In Heimsheim wurde ein solcher Fall gemeldet.
Die Nachricht verbreitete sich unter den Eltern rund um Weissach wohl schnell: Am Mittwoch kursierte in der Gemeinde am Strudelbach die Warnung, dass ein Unbekannter mit einem schwarzen Transporter unterwegs sei und versuche, Kinder mit Süßigkeiten anzulocken. Dabei handle es sich, davon geht das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg im Moment aus, aber um nicht mehr als Gerüchte.
Die Meldungen werden aktuell besonders in Whatsapp-Gruppen und in den Sozialen Medien verbreitet. Belastbare Informationen hierzu lägen dem Präsidium bisher aber nicht vor. „Es wurde auch keine Anzeige bei der Polizei erstattet“, heißt es in einer Mitteilung aus Ludwigsburg. Man bittet außerdem darum, sich nicht an der Verbreitung von Gerüchten zu beteiligen. „Die unkontrollierte Verbreitung nicht bestätigter Meldungen erzeugt nur Panik und erschwert es der Polizei, mögliche echte Vorfälle von den Gerüchten zu unterscheiden“, so das Präsidium.
Wer tatsächlich selbst verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, wird derweil trotzdem um Kontaktaufnahme mit dem Polizeirevier Leonberg gebeten. Das erreichen potenzielle Zeugen unter der Telefonnummer 0 71 52 / 60 50 oder per E-Mail unter leonberg.prev@polizei.bwl.de.
In Heimsheim sollen Unbekannte mit Süßigkeiten gelockt haben
Zur Aufregung beigetragen haben dürfte derweil ein Fall, der erst am Vortag, also am Dienstag, im nahegelegenen Heimsheim gemeldet wurde. Hier ist ein anderes Polizeipräsidium, nämlich das in Pforzheim, zuständig. Das meldete, dass am Dienstag nach 13 Uhr mehrere Kinder im Grundschulalter zu Fuß im Dachsweg unterwegs waren. Dort wollten sie die Fahrbahn queren, als sich ein dunkles, größeres Fahrzeug genähert haben soll.
Ein dunkel gekleideter Mann sei demnach aus dem Fahrzeug ausgestiegen und habe die Gruppe mit „Kommt“ angesprochen. In der Hand habe er laut Polizei „möglicherweise“ Süßigkeiten gehalten. Die Kinder gingen weiter, ohne dass sich der Mann, etwa 1,80 Meter groß, näherte oder die Kinder nochmal ansprach. Körperkontakt zwischen Mann und Kindern oder sonstige strafrechtliche Handlungen habe es nicht gegeben.
Schule in Flacht informierte im November
Ähnliche Nachrichten über einen Unbekannten, der im Weissacher Ortsteil Flacht Kinder angesprochen habe, gab es hier anscheinend bereits im November. Nach zwei Meldungen angeblicher Kinderansprecher an die Schulleitung der Flachter Grundschule hatte diese darüber in einer Rundmail informiert, die unserer Redaktion vorliegt. Seitdem sei aber kein Vorfall mehr gemeldet worden, sagt die Schulleiterin auf Nachfrage. Man habe mit den Kindern besprochen, wie sie sich verhalten sollten.
Das Polizeipräsidium in Ludwigsburg bestätigt, dass Anfang Dezember tatsächlich unabhängig voneinander zwei Meldungen beim Polizeiposten in Rutesheim eingingen. Weil diese Vorfälle aber zu diesem Zeitpunkt schon einige Tage zurücklagen, konnte laut Polizei „keine Feststellung mehr getroffen werden“.
Verdächtiges lieber schnell der Polizei melden
Und was tun, wenn man tatsächlich einmal solche Vorkomnisse beobachtet? Das Pforzheimer Polizeipräsidium empfiehlt, die verdächtige Person laut anzusprechen, aber räumlichen Abstand zu bewahren, und gegebenfalls andere umstehende Personen zur Unterstützung hinzuzuziehen. Wem eine Situation komisch vorkommt, sollte demnach schnell die Polizei anrufen. „Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen lieber einmal zu viel als zu wenig“, so das Präsidium. Was man aber lassen sollte: Bilder von vermeintlich verdächtigen Personen in den Sozialen Netzen zu veröffentlichen, besonders mit Autokennzeichen. Denn damit macht man sich unter Umstände strafbar.