Bei einem 21-Jährigen im Stuttgarter Süden findet die Polizei Waffenteile, die offenbar aus einem 3-D-Drucker stammen, und Sprengstoff. Was bislang bekannt ist.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Was hat ein 21-Jähriger mit Waffenteilen, die wohl aus einem 3-D-Drucker stammten, und „sprengstoffverdächtigen“ Gegenständen, wie die Polizei es nennt, vorgehabt? Das ist derzeit ein Thema, mit dem sich das Dezernat für Kapitaldelikte bei der Stuttgarter Polizei befasst. Das Dezernat ist auch für Waffen und Sprengstoff zuständig. Die Polizei hat am Freitag die Wohnung des jungen Mannes an der Böblinger Straße im Stuttgarter Süden durchsucht. Wie sie ihm auf die Spur kam, will die Kripo noch nicht verraten. Aber sie wusste offenbar sehr genau, was sie erwarten würde. Denn zu der Wohnungsdurchsuchung kamen auch Fachleute für Entschärfung vom Landeskriminalamt (LKA) mit.

 

Bei der Durchsuchung entzündet sich ein Sprengsatz

Dass der Verdacht, der Mann könnte gefährliche Stoffe bei sich zuhause lagern, begründet war, bestätigte sich schnell: In einem der sogenannten sprengstoffverdächtigen Gegenstände war ein zündfähiger Sprengsatz, der sich entzündete, als die Einsatzkräfte in der Wohnung waren und die Räume durchsuchten. Die Explosion sei aber recht klein gewesen, also außerhalb der Wohnung nicht wahrzunehmen. Verletzt wurde niemand.

Gefunden wurden neben Waffenteilen aus dem Drucker noch weitere Gegenstände mit Sprengsätzen, die aber im Gegensatz zu der bei der Durchsuchung detonierten noch nicht zündfähig waren, meldet die Polizei. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt. Der Tatverdächtige kam auf Antrag der Staatsanwaltschaft vor einen Haftrichter, der einen Haftbefehl erließ und den Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt einwies.

Warum hat der Mann die gefährlichen Gegenstände?

Über die Motivlage wisse man noch nicht viel, sagte eine Sprecherin der Polizei. Jedoch ergibt sich ein kleiner Hinweis aus den bislang veröffentlichten Informationen der Polizei: Die Ermittlungen führt das Dezernat für Kapitaldelikte, nicht der Staatsschutz. Würde die Polizei auch nur im Ansatz davon ausgehen, der Mann hätte mit den Waffen und dem Sprengstoff auf einen Anschlag hingearbeitet, wäre der Staatsschutz der Polizei eingeschaltet worden. Dem ist aber nicht so.

Die Polizei ermittele nun, woher der 21-Jährige die gefährlichen Gegenstände habe und warum er sie sich gekauft habe, sagte die Sprecherin der Polizei.