Polizei ist besorgt Pornovideos in Schüler-Chat-Gruppen - „betrifft ganze Gesellschaft“

Von red/dpa/lsw 

Immer häufiger kommt es vor, dass sich Schüler über verschiedene Chatprogramm kinder- und jugendpornografisches Material zuschicken. Bei der Polizei ist man deswegen sehr besorgt.

Immer häufiger versenden Schüler untereinander kinder- und jugendpornografisches Material (Symbolbild). Foto: dpa/Silas Stein
Immer häufiger versenden Schüler untereinander kinder- und jugendpornografisches Material (Symbolbild). Foto: dpa/Silas Stein

Heilbronn - In Schüler-Chat-Gruppen und unter Jugendlichen wird immer häufiger kinder- und jugendpornografisches Material geteilt. „Was da auf uns zurollt, ist eine Welle von Strafverfahren“, sagte Kriminalhauptkommissar Dieter Ackermann vom Heilbronner Haus des Jugendrechts am Mittwoch. „Und es betrifft die ganze Gesellschaft, weil es in allen Schichten Kinder gibt.“ Nach seiner Einschätzung haben bereits 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen Kontakt zu strafrechtlich relevanten Inhalten gehabt. 

Straftaten deutlich gestiegen

Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im vergangenen Jahr um 45,6 Prozent auf 2063 gestiegen, wie das baden-württembergische Innenministerium mitteilt. „Das liegt insbesondere an der enormen Zunahme von Fällen im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften sowie dem Verbreiten, Erwerb, Besitz und Herstellen von Kinderpornografie“, heißt es in der Statistik für 2019 weiter.

Besorgniserregend sei unter anderem, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche etwa in WhatsApp-Gruppen oder auf Social-Media-Plattformen aufhielten, in denen sich bis zu 1000 weitere Teilnehmer eingebucht hätten, sagte Ackermann. „Stellt einer dieser Teilnehmer zum Beispiel ein kinderpornografisches Bild ein, verbreitet er dies im Sinne des Strafgesetzbuchs“, warnte er. „Alle in der Gruppe sind dadurch im Besitz dieser Datei und machen sich ebenso strafbar.“

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