Polizei Kreis Ludwigsburg Tropen-Spinne im Supermarkt

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Aufregung in Schwieberdingen: Eine tropische Spinne verzögert die Öffnung eines Discounters. Am Ende war es dann aber doch nicht die hochgiftige Bananenspinne.

Bananenspinnen sind hochgiftig. Die Marktleitung befürchtete, eine solche Spinne im Markt zu haben und ließ den Discounter in Schwieberdingen erstmal geschlossen. Foto: dpa
Bananenspinnen sind hochgiftig. Die Marktleitung befürchtete, eine solche Spinne im Markt zu haben und ließ den Discounter in Schwieberdingen erstmal geschlossen. Foto: dpa

Schwieberdingen - Einige Aufregung und eine um mehrere Stunden verzögerte Ladenöffnung hat am Donnerstagmorgen eine ungewöhnliche Spinne in einem Discounter in Schwieberdingen verursacht. Wie die Polizei berichtet, hatte eine Mitarbeiterin das Krabbeltier gegen 06:45 Uhr in der Obst- und Gemüseabteilung entdeckt. Geistesgegenwärtig fing sie die Spinne mit einem Glas.

Der Discounter blieb aber zunächst geschlossen, weil die Angestellten nicht ausschließen konnten, dass es sich um eine giftige, brasilianische Wanderspinne handelt. Das auch als Bananenspinne bekannte Tier gilt als sehr aggressiv und hochgiftig. Gelegentlich gelangen einzelne Exemplare in Bananenkisten auf Frachtschiffen nach Europa und werden dort vornehmlich in Supermärkten entdeckt.

Die von der Marktleitung alarmierten Polizeibeamten brachten das Tier in „einem geeigneten Behältnis“ zur Begutachtung in die Stuttgarter Wilhelma, während die Unternehmensleitung einen Fachbetrieb beauftragte, den Markt nach weiteren Spinnen zu durchsuchen.

Bald folgte doppelte Entwarnung: Bei der Begutachtung der Spinne stellte sich heraus, dass es sich um ein ungefährliches tropisches Exemplar handelt. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Krabbenspinne handelt“, sagt der Polizeisprecher Peter Widenhorn. „Die ist völlig ungefährlich und man kann es dem Unternehmen nicht anlasten, dass so eine Spinne dort auftaucht“, erklärt Widenhorn.

Als dann auch noch der Fachbetrieb vermeldete, dass sich bei der intensiven Überprüfung des Marktes keine weiteren Krabbeltiere finden ließen, konnte der Discounter seine Türen gegen 12 Uhr öffnen.

Die Spinne soll nach Angaben der Polizei etwa vier Zentimeter groß gewesen sein. Damit entspricht sie in der Größe etwa einer männlichen Wanderspinne, die es auf eine Spannweite von 40 Millimetern bringt. Die Weibchen werden bis zu 13 Zentimeter groß. Bei der Wilhelma präzisiert man: „Man kann mit Sicherheit sagen, dass es keine giftige Spinne war“, sagt der Pressesprecher Harald Knitter. Doch selbst bei einer giftigen Wanderspinne bestehe „keine dramatische Gefahr“ für den Menschen. Deren Biss sei in der Regel nicht tödlich. Seit den 1920er-Jahren seien in Brasilien acht Todesfälle wegen eines Wanderspinnenbisses verzeichnet worden. Im Übrigen sei die Überlebenschance für eine Spinne beim Transport von Übersee sehr gering.

Die Krabbenspinne von Schwieberdingen jedenfalls sei nicht im Terrarium oder im Insektarium der Wilhelma gelandet, sondern die Polizei habe das Krabbeltier wieder mitgenommen. „Das ist die normale Prozedur, wir sind ja keine Auffangstation für Spinnen.“