Das Polizeirevier Ludwigsburg setzt seit dem 1. Juni in Ludwigsburg eine Fahrradgruppe ein. Diese wird sowohl präventiv wie auch repressiv tätig.
Zugeparkte Radwege, Radfahrer auf dem Bürgersteig, E-Scooter-Fahrer brausen im Slalom durch die Fußgängerzone, Fußgänger sind mit Kopfhörern im Ohr und Handy in der Hand quasi im Blindflug unterwegs. Gerade in der Stadt wird es im wahrsten Sinne des Wortes schnell eng, wenn sich Autos, Räder und Co. die Verkehrsflächen teilen müssen.
Gespräche auf „Augenhöhe“ mit anderen Radfahrern
Das Polizeipräsidium Ludwigsburg beschreitet mit Blick auf die Verkehrsüberwachung nun einen neuen Weg: Seit dem 1. Juni sind sechs Polizisten als Fahrradgruppe immer wieder auch auf zwei Rädern in Ludwigsburg unterwegs, wobei zum Fuhrpark neben Fahrrädern und Pedelecs auch ein E-Scooter gehört.
Der Leiter des Polizeireviers Ludwigsburg, Guido Passaro, sagt hierzu: „Die Fahrradgruppe verfolgt repressive und präventive Ansätze zugleich und soll mit ihrer Arbeit dazu beitragen, das Gefahrenverständnis zu fördern und regelkonformes Verhalten zu steigern.“ Das solle durch entsprechende Gespräche, aber wenn nötig auch mit Verwarnungen oder Anzeigen geschehen. Durch die Gespräche „auf Augenhöhe“ soll gerade zu Radfahrern ein besonderes Verhältnis aufgebaut werden.
Die Fahrradgruppe ist zunächst ein Pilotprojekt
Die Fahrradgruppe ist bislang keine neue organisatorische Einheit. Die Beamten arbeiten weiterhin in ihren jeweiligen Bereichen und kommen nur bei Bedarf zusammen, um Einsätze per Rad zu absolvieren. „Wir betrachten das zunächst als ein Pilotprojekt, um Erfahrungen zu sammeln und zu prüfen, ob sich das Modell in der Praxis bewährt“, erläutert der Leiter des Präsidiums, Thomas Wild. „Ist das der Fall, so ist ganz grundsätzlich eine Ausweitung auch in anderen Kommunen oder Revierbereichen denkbar.“
Auch wenn das Wetter in den vergangenen Wochen nicht immer sehr „fahrradfreundlich“ war, konnte die Gruppe dennoch schon erste Einsätze fahren und Erfahrungen machen. Bislang gehe das Konzept voll auf, so die Polizei per Pressemitteilung, „da insbesondere auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sehr positiv ausfallen“.