Polizei Polizeipräsidium nimmt Arbeit auf

Von Norbert Kollros 

Für den Enzkreis ist nun nicht mehr das Polizeipräsidium Karlsruhe, sondern Pforzheim zuständig.

Vor 60 Jahren als Hauptpostamt erbaut: Das jetzige Polizeipräsidium. Foto: Norbert Kollros
Vor 60 Jahren als Hauptpostamt erbaut: Das jetzige Polizeipräsidium. Foto: Norbert Kollros

Pforzheim - Wenn künftig ein Bürger im Enzkreis die 110 wählt, dann landet er seit Neujahr nicht mehr in Karlsruhe, sondern in Pforzheim. In der Neujahrsnacht hat das dortige, neue Polizeipräsidium seine Arbeit aufgenommen. Nach der Industrie- und Handelskammer, dem Regionalverband und der Wirtschaftsförder-Gesellschaft ist die Polizei damit die vierte Organisation, deren Wirkungsbereich sich auf die komplette Region Nordschwarzwald erstreckt. Die „Reform der Polizeistrukturreform“ hat Pforzheim ein eigenes Präsidium beschert, um das Politiker aus der Region seit 2012 vehement gekämpft hatten.

Zur Erinnerung: 2012 wurden die Pläne der damaligen grün-roten Landesregierung bekannt, die Strukturen der Polizeiorganisation im Südwesten auf zwölf Präsidien zu reduzieren. Zuvor hatte jeder Landkreis sein eigenes Präsidium gehabt. Seitdem ist zum Beispiel der Ludwigsburger Polizeipräsident auch für den Kreis Böblingen zuständig.

Die vormaligen Direktionen Pforzheim und ebenso jene in Calw wurden dem Präsidium Karlsruhe zugeordnet – Pforzheim war somit die einzige Großstadt im Südwesten ohne „eigenes“ Präsidium. Und der Kreis Freudenstadt wurde dem neuen Präsidium Tuttlingen zugeschlagen – das jetzt wieder aufgelöst wird.

Pforzheim waren gegen die Reform Sturm gelaufen

CDU- und FDP-Oppositionspolitiker im Nordschwarzwald liefen Sturm gegen diese Pläne, unterstützt vom damaligen Pforzheimer SPD-Oberbürgermeister Gerd Hager, Parteifreund des seinerzeitigen Innenministers Reinhold Gall, zunächst ohne Erfolg. Die nachfolgende grün-schwarze Landesregierung ruderte zurück und schuf neue Strukturen nicht nur im der Region Pforzheim sondern auch in Oberschwaben. „Mit diesen maßgeschneiderten Verbesserungen wird die Polizei im Land leistungsstärker, erfolgreicher und bürgernäher“, heißt es aus der Regierungszentrale in Stuttgart.

Konkret auf den Nordschwarzwald bezogen: Die Landkreise Calw, Freudenstadt und der Enzkreis bilden zusammen mit dem Stadtkreis Pforzheim ein neues regionales Polizeipräsidium mit Sitz in Pforzheim. Dieses hat seinen Sitz im landeseigenen Gebäude der ehemaligen Polizeidirektion Pforzheim in der Bahnhofstraße 13 (derzeit Polizeirevier Pforzheim-Nord und Kriminalkommissariat Pforzheim). Der Sitz der zugeordneten neuen Kriminalpolizeidirektion ist in Calw. Diese soll in Calw einen Neubau erhalten, in dem auch das dortige Polizeirevier untergebracht werden soll.

Acht Reviere und 28 Polizeiposten

Das neue Präsidium umfasst rund 1030 Planstellen im originären Polizeidienst sowie rund 150 in der Verwaltung. Gegliedert ist die neue Organisationseinheit in acht Reviere und 28 Polizeiposten mit einer Zuständigkeit für 70 Städte und Gemeinden zwischen Heimsheim, Sternenfels und Alpirsbach. Zugeordnet ist dem Präsidium auch das Autobahnrevier Pforzheim, dessen Beamte auf 36 Kilometern zwischen Karlsbad und Heimsheim für Ordnung und Sicherheit sorgen.

Neuer Chef ist der kündigte Pforzheimer Polizeipräsident Wolfgang Tritsch. Der 58-Jährige war seit 2017 Leiter des Führungs- und Einsatzstabes des Polizeipräsidiums Offenburg und zugleich Leiter des Projekts „Polizeistruktur 2020“. Zuvor hatte er die Polizeireviere im Präsidium Karlsruhe geleitet. Tritsch ist nun der Verantwortliche für das Führungs- und Lagezentrum, in dem alle Notrufe landen. Auch wenn der offizielle Festakt zur Eröffnung mit Innenminister Thomas Strobel (CDU) erst am 16. Januar folgt.




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