Baden-Württemberg erhöht mit einer Moschee-Durchsuchung in Stuttgart den Druck auf mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz IS. Es muss jedoch auch präventiv mehr getan werden, um Terrorismus zu bekämpfen, kommentiert Oliver im Masche.
Stuttgart - Sollte sich herausstellen, dass die Moscheegemeinde in Stuttgart-Botnang junge Leute dazu ermuntert oder gar unterstützt hat, in den IS-Dschihad nach Syrien zu ziehen, ist ein Verbot der Einrichtung ein erster richtiger Schritt, denn ein Verein darf keine Brutstätte des Terrors sein. Auch anderen Vereinen, die den Islamismus nähren, muss das Fortbestehen untersagt werden. Doch Verbote reichen nicht. Selbst wenn führende Köpfe dieser Organisationen wegen der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland verurteilt werden, bleibt der Kreis aus Sympathisanten der Terrormilizen vorhanden. Dass sie ihre Aktivitäten auch ohne Verein fortführen werden, liegt auf der Hand. Die Ermittler wissen, dass sich deren Treffen immer häufiger im privaten Raum abspielen.
Als zusätzliches Mittel im Kampf gegen den Islamismus muss verstärkt auf die Prävention geachtet werden. Viele junge Moslems fühlen sich diskriminiert und ausgegrenzt. Bei dem IS finden sie Anerkennung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Islamunterricht an den Schulen in Baden-Württemberg ist seit acht Jahren ein Modellprojekt. Es gilt das Angebot zügig auszubauen, damit die jungen Leute die Chance erhalten, objektiv angeleitet über ihre Religion nachzudenken. Es wäre ein früher Schritt, den Islamismus auszutrocknen.