Polizeihunde werden in Göppingen ausgebildet Die Hündin Joy macht den Beamten Freude

Die Diensthunde schützen ihren Hundeführer und stellen Flüchtige. In Göppingen ist das landesweit einzige Trainings- und Kompetenzzentrum Polizeihundeführer angesiedelt. Es befindet sich unter dem Dach des neuen Polizeipräsidiums Einsatz. Foto: Horst Rudel
Die Diensthunde schützen ihren Hundeführer und stellen Flüchtige. In Göppingen ist das landesweit einzige Trainings- und Kompetenzzentrum Polizeihundeführer angesiedelt. Es befindet sich unter dem Dach des neuen Polizeipräsidiums Einsatz. Foto: Horst Rudel

In Göppingen lernen Polizeihunde wie sie ihren Hundeführer schützen und Verdächtige stellen müssen. Zur Belohnung dürfen sie richtig Beute machen.

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Göppingen - Die rund 350 Polizeihunde im Land haben alle dasselbe Ziel: Sie wollen in Göppingen Beute machen. Damit ist der Schutzärmel gemeint, den die Diensthunde während ihrer Ausbildung im Trainings- und Kompetenzzentrum Polizeihundeführer Göppingen auf Geheiß packen dürfen. Aber noch viele andere Fähigkeiten lernen die Vierbeiner in ihrer Ausbildung, die seit der Umsetzung der Polizeireform im Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen angesiedelt ist. Damit ersetzt sie die bisherigen beiden Diensthundeführerschulen in Stuttgart und Karlsruhe.

Weil es in der früheren Polizeihundeführerschule in Stuttgart-Mühlhausen von 2010 zu eng wurde und die Gebäude hätten saniert werden müssen, sind 2013, ein Jahr vor der Polizeireform, die ersten Zwinger für 45 Diensthunde in Göppingen bei der damaligen zweiten Bereitschaftspolizeiabteilung entstanden – der sogenannten Bepo. Dieses Jahr wurde auch noch die Hundeführerschule Karlsruhe aufgelöst, damit alle Polizeihundeführer einen zentralen Anlaufpunkt in Göppingen nutzen können, erklärt der Polizeisprecher Roland Fleischer.

Geübt wird unter freiem Himmel

Geübt wird unter freiem Himmel

Gearbeitet wird mit den Tieren meist unter freiem Himmel auf den beiden Übungsplätzen, für die ein früherer Fußballplatz umfunktioniert worden ist. Heute zeigt die junge Hündin Joy, was sie gelernt hat. Ohne sich von den Zuschauern ablenken zu lassen, stellt die Schäferhündin einen Polizeibeamten, der für diese Aufgabe in die Rolle des Täters geschlüpft ist und sich in einem zeltartigen Versteck verborgen hält.

Der Schutzärmel ist die Beute

Das Tier setzt sich vor den Beamten und bellt ihn mit funkelnden Augen an. Auf Befehl greift Joy den Mann an und beißt in den dick gepolsterten Schutzärmel, der seinen Arm umgibt. Beim nächsten Zeichen ihres Hundeführers lässt Joy von dem Mann wieder ab. Erst seit fünf Wochen ist die Hündin in der Ausbildung und wird für ihre rasche Auffassungsgabe von Peter Großmann, dem Leiter des landesweit einzigen Trainings- und Kompetenzzentrums gelobt. Großmann war selbst viele Jahre als Polizeihundeführer im Einsatz, bevor er im Jahr 2000 zum Leiter der Polizeihundeführerschule aufstieg. Heute kümmert er sich um die Aus- und Weiterbildung von 350 bis 360 Diensthunden und ihren Führern in Baden-Württemberg.

Eine Heizmatte im Zwinger gegen Frost

Die Grundausbildung für Tier und Polizist in Göppingen ist auf zwei Jahre verteilt. Weil das intensive Training vor allem für die Tiere ermüdend ist, müssen immer wieder wochenweise Pausen eingelegt werden. Während der Ausbildungswochen sind die Diensthunde am höchsten Punkt des Göppinger Geländes untergebracht, wo früher Munition gebunkert wurde. Heute stehen dort neue Zwingeranlagen für 66 Tiere. Nicht ohne Stolz führt Großmann durch die Anlage und zeigt, dass jedem Tier zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen, die dank einer im Estrich verlegten Heizmatte sogar gegen Frost geschützt sind.

Neben der Ausbildung zum Schutzhund werden besonders geeignete Tiere für die Suche nach Personen, Sprengstoff oder Drogen ertüchtigt. Damit sich die Hunde auf möglichst verschiedenem Terrain bewegen lernen, ist Großmann immer auf der Suche nach neuen Örtlichkeiten und freut sich auf Angebote von Kommunen und Unternehmen, die sein Ausbilderteam samt der Hundeführer in Abbruchgebäuden, Lagerhallen, in Kellern oder Bauernhöfen üben lassen. Nach der Arbeit nimmt jeder Polizeihundeführer seinen Vierbeiner mit nach Hause, denn Hund und Mensch müssen ein gut aufeinander eingespieltes Team sein, erklärt Großmann.




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