Rund 50 Frauen und Männer meist kurdischer Abstammung zogen am Mittwochnachmittag vom Bahnhof in Böblingen nach Sindelfingen-Maichingen. Die angemeldete Demo „Langer Marsch: Freiheit für Abdullah Öcalan – Eine politische Lösung der kurdischen Frage“ begann um 15 Uhr vor dem Eingang des Einkaufszentrums Mercaden. Sie wurde begleitet von mehreren Dutzend Einsatzkräften des Polizeipräsidiums in Göppingen.
Von der Bahnhofstraße ging die Route über die Talstraße, Böblinger Straße, Hanns-Martin-Schleyer-, Calwer-, Fronäcker- beziehungsweise Sindelfinger Straße in die Berliner Straße. Die Teilnehmer fordern auf Bannern und Fahnen die Freilassung des seit dem Jahr 1999 in der Türkei inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan. Die Organisatoren mussten nach Anweisungen der Polizei sicherstellen, dass keine sympathiebekundenden Parolen zugunsten der in der EU als Terrororganisation gelisteten Arbeiterpartei Kurdistans, PKK, gerufen werden. Öcalans PKK und der Partei angeschlossenen militanten Gruppen werden zahlreiche Terroranschläge in der Türkei zugeschrieben. Türkische Regierungen üben seit 40 Jahren ihrerseits harte Repressionen und Gewaltakte gegen Kurden aus. Auch in Deutschland kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und türkisch-nationalistischen Kräften.
Nach Angaben des Göppinger Polizeipräsidiums verlief der Demozug bis Stand Mittwochnachmittag ruhig. Verkehrsteilnehmer in Böblingen und Sindelfingen mussten mit kleineren Verzögerungen auf den Straßen rechnen. Der „Lange Marsch“ wird am Donnerstag in Offenburg fortgesetzt und führt über Lahr am Freitag noch weiter bis nach Freiburg.