Polizeipräsidium Aalen warnt vor Betrügern Liebesschwindel im Internet

Die Frau hatte seit April Kontakt zu dem Liebesschwindler. Foto: StZ
Die Frau hatte seit April Kontakt zu dem Liebesschwindler. Foto: StZ

Die große Liebe hat sich als bittere Enttäuschung entpuppt. Ein Internet-Betrüger hat einer Frau im Rems-Murr-Kreis rund 100 000 Euro abgeluchst.

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Rems-Murr-Kreis - Betrug ist eine üble Angelegenheit, ganz besonders, wenn es um Herzensdinge geht. Aus aktuellem Anlass warnt die Polizei vor der Betrugsmasche Romance Scamming: Betrüger nutzen dabei soziale Netzwerke und Online-Partnerbörsen, um Menschen die große Liebe vorzugaukeln – diese aber tatsächlich um viel Geld zu bringen. Allein im Jahr 2019 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen 17 Fälle angezeigt, in denen die Betrüger mit der falschen Liebe erfolgreich waren.

Neuer Fall im Rems-Murr-Kreis

Ein aktueller Fall ist der einer Frau aus dem Rems-Murr-Kreis, die im April über Facebook einen angeblichen amerikanischen Militärarzt kennenlernte, der angab, er befinde sich bei einem Auslandseinsatz in Kabul. Bei täglichen Chats gewann der Betrüger das Vertrauen der Frau. Er stellte in Aussicht, bald nach Deutschland zu kommen. Dann könne man sich treffen. Nötig sei dafür finanzielle Hilfe, da sein Vermögen auf einem Festgeldkonto angelegt sei und er aus dem Ausland nicht darüber verfügen könne.

Die Frau überwies daher das Geld für ein Flugticket – und wartete vergeblich am Flughafen. Später meldete sich der Mann und erklärte, er habe auf dem Weg zum Flughafen einen Unfall gehabt und liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Er bat erneut um Geld, um die Rechnungen bezahlen zu können und sicherte zu, das Geld zurückzuzahlen.

Rund 100 000 Euro sind verloren

Aus Sehnsucht und in der Hoffnung auf ein baldiges Treffen überwies die Frau wiederholt Geldbeträge auf ausländische Konten. Insgesamt flossen etwa 100 000 Euro. Erst bei einem Gespräch mit der Mitarbeiterin einer Bank wurde die Frau auf den Betrug aufmerksam gemacht, die Ernüchterung und der Schock waren groß.

Die Polizei bittet, bei Partnerbörsen und Chatportalen vorsichtig zu sein. „Sie sollten ins Grübeln kommen, wenn ein erwachsener Mann ohne ein persönliches Treffen plötzlich von Liebe und einer gemeinsamen Zukunft spricht“, heißt es. Die Betrüger kommunizierten in der Regel in perfektem Deutsch oder Englisch, oftmals nutzen sie dafür fortschrittliche Übersetzungssoftware. Eine Vielzahl der Romance-Scammer kann laut Polizei nach Westafrika zurückverfolgt werden. Die Bitte der Polizei: „Überweisen Sie kein Geld an Personen, die Sie nicht persönlich kennen. Nehmen Sie im Zweifelsfall Kontakt zur Polizei auf.“




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