Sie waren darstellerisch ein erstklassiges Gespann – nun haben Peter Kurth und Peter Schneider als Ermittlerduo Koitzsch und Lehmann ihren letzten „Polizeiruf 110“-Fall bestritten.

Was taugt „Der Wanderer zieht von dannen“? Der neue „Polizeiruf“ aus Halle an der Saale im Schnell-Check.

 

Die Handlung in zwei Sätzen

Eine alte Frau ist in ihrer Badewanne ertrunken; tragisch, aber gar nicht so selten. Doch dann entdeckt Kommissar Koitzsch eine verblüffende Parallele zu einem früheren Fall: Offenbar hat es ein Serientäter auf einsame Menschen abgesehen.

Zahl der Leichen

 Aufgrund der diversen Rückblenden in die früheren Filme und der unbestimmten Anzahl von Todesfällen nicht genau zu beziffern; aktuell eine, theoretisch ganz viele.

Mitfiebern

Nur ganz selten, aber das ist für die Krimis von Thomas Stuber nichts Ungewöhnliches. Auch bei seinen früheren Filmen mit Peter Kurth war die Erzählweise stets betont unaufgeregt.

Schauspiel

Kurth verfügt über die Gabe, mehr durch Sein als durch Schein zu beeindrucken. Einem wie ihm nimmt man auch ab, dass Kommissar Koitzsch bei einer Leichenschau ungerührt in seine Stulle beißt. Vornamensvetter Schneider agiert hier als Kollege Michael Lehmann ähnlich sparsam. Die beiden sind nicht nur inhaltlich, sondern auch darstellerisch ein erstklassiges Gespann. Gemessen an der Aura dieses Duos wirkt die von Cordelia Wege betont extravertiert verkörperte wichtigste weibliche Nebenrolle wie eine Kunstfigur. Ihre Szenen mit einer Frau (Jule Böwe) aus ihrer Selbsthilfegruppe sind deutlich zu lang, zumal der Beitrag zur Wahrheitsfindung überschaubar ist.

Unser Fazit

„Der Wanderer zieht von dannen“ ist eine Zeile aus dem Volkslied „An der Saale hellem Strande“; so hieß 2021 der Auftakt der Trilogie. Für die optische Kontinuität sorgt Nikolai von Graevenitz, dessen Bildgestaltung auch hier Akzente setzt. Die Farbgebung ist ähnlich fahl wie im zweiten Film („Der Dicke liebt“, 2024), aber die Atmosphäre ist dank einer weichen, warmen Lichtgebung längst nicht so frostig. Alles in allem sehr schade, dass sich das ursprünglich ohnehin nur für das „Polizeiruf“-Jubiläum vor fünf Jahren geschaffene Duo Koitzsch und Lehmann nach drei Fällen bereits wieder verabschiedet.

Spannung

Note 3

Logik

Note 2