Pony Europameisterschaft Maya Wächter aus Gerlingen gewinnt Dressur-Gold

Mit Gold dekoriert: Maya Wächter und ihr Pony Nasdaq, das sie in der kommenden Saison abgeben muss. Foto: Frank Häusler

Die 15 Jahre alte Pony-Reiterin kehrt mit zwei EM-Titeln sowie einer Bronzemedaille in der Dressur aus Le Mans zurück. Der Abschied von den Ponys naht.

Nach erfolgreichen Auslandsstarts sowie Topresultaten bei inländischen Turnieren hat es Maya Wächter erstmals zu einer Pony-EM geschafft – und kehrte mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille im Gepäck aus Le Mans zurück.

 

„Ich fuhr“, verrät Maya Wächter, die dem Ponydressur-Bundeskader angehört, „ohne große Erwartungen zur EM. Ich war hocherfreut überhaupt dabei zu sein und wollte dieses Championat einfach genießen.“ Dass sie am Ende mit zwei Titeln sowie Bronze nach Hause fuhr, daran hatte die Gerlingerin im Vorfeld nicht zu glauben gewagt.

Die 15-Jährige hat ihre Vierbeiner auf der Anlage des RFV Leonberg stehen, auch dort ist die Freude groß. „Im Einzel und mit der Mannschaft Gold und in der Pony-Dressurkür Bronze, das ist ein außergewöhnlicher Erfolg“, betont Petra Opalla, die Vereinsvorsitzende des RFV Leonberg, die in den Vorbereitungen für die anstehenden Leonberger Reiterspiele (5. bis 7. September) steckt.

Zwei stolze Europameister: Maya Wächter und Nasdaq Foto: Frank Häusler

Maya Wächter gilt im Land auf den Kleinpferden zu den Shootingstars in der Dressur, seit sie im November 2023 auf New Wave das Bundesnachwuchschampionat gewann. „Maya hat mit harmonischen Ritten, einer sehr guten Sitzgrundlage, viel Gefühl und Übersicht überzeugt“, sagte damals Bundestrainerin Caroline Roost. 2024 folgten in der Ponydressur Landes-Gold in der Pflicht und Silber in der Kür. Die Landesmeisterschaft 2025 musste Maya Wächter sausen lassen. Bereits mit dem EM-Ticket in der Tasche kollidierten die Wettkämpfe mit einem Vorbereitungslehrgang in Warendorf für die EM.

Maya Wächter vertraute in Le Mans dem 2011 geborenen Pony Nasdaq, in Besitz von der Familie Kasselmann aus Hagen. Seit eineinhalb Jahren wird das ausdrucksstarke Tier von ihr geritten. Die Chemie zwischen der Gerlingerin und dem Pony stimmte von Anfang an. „Das war bei der EM wichtig, denn die anderen, die gestartet sind, konnten auch reiten“, meint der Teenager. „Für uns“, verdeutlicht Mutter Ragna Wächter, „hat bei dieser EM einfach alles gestimmt.“ Ganz nebenbei verrät Ragna Wächter, die mehrere Klein- und Großpferde in den Stallungen des RFV Leonberg stehen hat, dass sie auch selbst schon auf Pferden saß. „Als die Kinder auf die Welt kamen“, sagt die Mutter, „habe ich das Reiten aufgegeben.“

Zu ängstlich fürs Springreiten

Die große Tochter Leni Wächter (17), mit 29 L-Siegen, zwei M-Siegen, einem internationalen Pony-Sieg und 2022 mit Ponydressur-Landesgold auf dem Konto, hat den Fokus nun auf die Schule gelegt. Leni begann mit der Springreiterei, wechselte in den Dressursport. Genau die Pferdesportart, die bei der Schwester die Initialzündung auslöste. Maya Wächter machte einen Bogen um die Hindernisse. „Ich war eher die Ängstliche“, gesteht sie, „mir gefällt der Dressursport viel mehr.“

Trainiert wird in Leonberg mit Nadine Dieterle – auch wenn Maya Wächter auf dem Kasselmann-Pony Nasdaq sitzt. „Wir sind mit der Familie Kasselmann befreundet, da ist kein besonderer Trainer notwendig“, erläutert Ragna Wächter. Klar ist aber, dass das EM-Pony Nasdaq Leonberg bald in Richtung Teutoburger Wald verlassen wird und nächste Saison von Lilly Kasselmann geritten wird. Denn die Europameisterin wird am 31. August 16 Jahre alt, für Maya Wächter sind damit aus Altersgründen keine Championat-Starts mehr mit dem Pony erlaubt. In Kürze stehen die deutschen Meisterschaften (21. bis 24. August) in Aachen für Maya Wächter an. Was danach folgt, steht in den Sternen. „Es gibt einen Plan, aber da sprechen wir noch nicht drüber“, sagt Ragna Wächter.

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