Porsche-Arena Stuttgart Harlem Globetrotters - grandios mit Basketball

Von Franz Krauder 

Einfach überirdisch gut - Am 22. März kommt das berühmteste Basketball-Team der Welt in die Porsche-Arena nach Stuttgart.

Bei den Harlem Globetrotters vermengen sich Sport, Akrobatik, Kunst und Spaß auf gelungene Weise miteinander. Foto: Brett Meister
Bei den Harlem Globetrotters vermengen sich Sport, Akrobatik, Kunst und Spaß auf gelungene Weise miteinander. Foto: Brett Meister

Wer sich an die Basketballeinheiten im Sportunterricht erinnert, weiß vielleicht noch, wie schwer es ist, den Ball in diesen hoch hängenden Korb zu befördern. Oder überhaupt so hoch zu springen, dass man auch nur das Netz mit den Fingern berühren kann. Schaut man sich dann einen Auftritt der Harlem Globetrotters an, beginnt man unweigerlich, an den physikalischen Gesetzen zu zweifeln: Diese Damen und Herren wirbeln über das Spielfeld, passen sich das Spielgerät blindlings zu und bringen es mit Pirouetten, Saltos und anderen Einlagen mühelos im Ziel unter. Oder sie begeben sich auf die Zuschauerränge und versenken das Ding mal eben aus 40 Metern. Das ist mehr als Sport. Es ist Kunst auf dem Basketballfeld. Wer’s nicht glaubt, kann die Show bald mit eigenen Augen bestaunen: Am 22. März kommt das spektakulärste und berühmteste Basketball-Team der Welt im Rahmen der World Tour 2019 in die Porsche-Arena nach Stuttgart. Aber selbst vor Ort fällt das Glauben des Gesehenen schwer.

Millionen Fans auf der ganzen Welt

Mehr als 150 Millionen Fans haben im Laufe der gut 90-jährigen Geschichte des Teams bejubelt, wie die Harlem Globetrotters das Leder mit dem Fuß, mit der Stirn oder gar dem Gesäß verwandeln. Ein pfeilschnelles Dribbling, eine Stafette an Doppelpässen und ein viel zu hoch in die Luft geworfener Ball – den sich dann plötzlich ein wie Superman anrauschender Kollege im Flug schnappt und in den Korb donnert. Das Gebälk vibriert, die Halle bebt. Und die wie an jedem Abend hoffnungslos unterlegenen Gegner können einem nur leidtun. Wie orientierungslose Kälber irren sie über den Platz und greifen bei ihren Verteidigungsversuchen angesichts der Finten der versierten Supertalente immer nur ins Leere. Um die Gründung der Harlem Globetrotters ranken sich Mythen. Abe Saperstein gründete die Truppe 1926, indem er die talentiertesten schwarzen Spieler um sich scharte, sie auf Reisen durch die USA gegen verschiedene Teams antreten und dabei immer wieder kleine Kunststückchen einbauen ließ. Diese technischen Raffinessen waren dem eigentlichen Ziel des Basketballsports vielleicht nicht immer dienlich, ließen Gegner und Zuschauer jedoch oft staunen – und verärgerten auch einige. Gerade in den Anfangsjahren kam es auch immer wieder zu Anfeindungen. Grund waren sowohl Neid auf das außergewöhnliche Können als auch Rassismus. Während heute die meisten und berühmtesten Profibasketballer schwarz sind, durften damals lediglich weiße Spieler in den Profiligen auflaufen.

Wenn der kleinste Spieler „zu groß“ ist

Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Heute füllen die Globetrotters Hallen in mehr als 120 Ländern. Nicht zuletzt, weil ihr Programm keine Sprachbarrieren kennt. Und weil sie stets darauf achten, familienfreundliche Unterhaltung zu bieten. Vor allem Kinder sollen an der Show ihre Freude haben. Die werden gerne auch mal eingebunden und dürfen ihr Können unter Beweis stellen. Es geht auch darum, die Bedeutung von Teamwork zu vermitteln. Denn wie bei jedem Mannschaftssport gewinnt auch beim Basketball niemand allein. Einen Punkt kann nur erzielen, wer auch einen Kollegen hat, der ihm den Ball zuspielt. Natürlich geht es nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern vor allem komödiantisch zu: So hört beispielsweise der gerade mal 1,57 Meter große Ballkünstler Jonte Hall auf den Spitznamen „Too Tall“, also auf Deutsch „zu groß“. Er ist einer der kleinsten Spieler, die je im Team der Globetrotters standen. Das wirkt schon ein wenig ulkig, wenn er neben seinem Kollegen „Big Easy“ einläuft – der misst mehr als zwei Meter.

Auch Schiffe sind nur Basketballfelder

Auch im Internet sorgen sie für Unterhaltung: So verfolgen eine halbe Million Fans bei Instagram, auf welchem Teil der Erde die Truppe gerade unterwegs ist. Bei Youtube ist zu sehen, wie sie sich auf der „Queen Mary“, dem Passagierschiff, die Bälle zuspielen und sie vom Mast aus in einen Korb werfen, der irgendwo an Land steht. Die Popularität der Harlem Globetrotters ist deshalb enorm. Anfang der Siebziger lief auf dem US-amerikanischen Sender CBS eine Zeichentrickserie, in der die Basketballhelden die Protagonisten waren. Und selbst Papst Johannes Paul II. war Fan: Bei einem Besuch im Vatikan wurde er im Jahre 2000 zum Ehrenmitglied der Globetrotters ernannt – wie vor ihm bereits etwa Whoopi Goldberg und Nelson Mandela. 2015 zog Papst Franziskus nach. Kein Wunder, dass Gottes Stellvertreter gefallen an den Körbewerfern finden: Die Globetrotters liefern einfach eine überirdisch gute Show. Die Stimmung, die sie dabei entfachen, bleibt einem nachhaltig in Erinnerung. Ganz egal, ob man nun beim Basketball zu den Könnern oder den, na ja, ungeschliffenen Rohdiamanten zählt.

Harlem Globetrotters: 22. März, 19 Uhr, Porsche-Arena, Tickets 07 11 / 84 96 16 72