Porsche-Museum in Stuttgart Einzigartiges Ambiente – Küchenchef Fabian Seher verwandelt das Christophorus

, aktualisiert am 24.11.2025 - 10:35 Uhr
Seit September 2024 neuer Küchenchef im Christophorus: Fabian Seher Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Mit dem neuen Küchenchef Fabian Seher hat sich die Speisekarte im Christophorus verwandelt. Eifert Porsche etwa BMW und Volkswagen nach?

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Porsche ist zwar mit edlen Steaks und einem Weinkeller mit 800 Positionen in einer hohen Preisklasse eingestiegen, aber dass der Rennwagenhersteller nicht mehr Leistung aus seinem Museumsrestaurant Christophorus herausholen wollte, hat doch verwundert.

 

Erst 15 Jahre nach der Eröffnung legte es kulinarisch einige Gänge zu: „Frische Impulse setzen durch neue Geschmackskombinationen und moderne Anrichteweisen“ lautet das Ziel von Fabian Seher, der im September 2024 die Küchenleitung übernahm. Der 38-Jährige hat mit Stationen in Sternerestaurants die Erfahrung sowie mit einem Team von acht Köchen das Personal dafür. Mit 227 Euro siedelt Porsche sein Neun-Gang-Menü knapp unter der zweifach besternten Speisemeisterei an, die 18 Euro mehr dafür verlangt. Die Gerichte lassen sich auch einzeln bestellen.

Sehr elegant ist die Pastinakensuppe. Foto: Haasis

Christophorus im Porsche-Museum – Französische Klassik

Bei einem Besuch im Juni überzeugt Fabian Seher mit französischer Klassik wie Stubenküken und Flusskrebs als Ragout fin im Blätterteig. Seinen zarten Saint Pierre lässt er auf dem Teller die Hauptrolle spielen – mit einem Nocken Kaviar. Das Lammfilet im Teigmantel ist butterweich, pink, perfekt zubereitet, frische Erbsen, Artischockenherz und Bratenjus runden das Gericht ab. Die Walderdbeere zum Nachtisch ist allein wegen der Optik ein Leckerbissen, das Eis in der Form der Frucht kommt in einem prickelnden Süppchen. Die Qualitätskontrolle im Herbst fällt dagegen wie ein gutes Stück Fleisch durchwachsener aus.

Mit einer eleganten Pastinakensuppe (9 Euro) knüpft der Küchenchef zunächst an seine austarierten Teller vom Sommer an. Die Süße der Wurzel bietet ein weiches Bett für die mit intensiven schwarzen Trüffeln befüllten Tortellini. Beim Rehrücken im Kräuter-Pfeffer-Mantel (54 Euro) zeigt sich wieder die Fleischexpertise. Die Begleitung klingt mit Zartbitterschokoladenjus, Rotkohlpurée, Rosenkohl und Zwetschgen-Germknödel nach Skiurlaub und Weihnachten. Doch Fabian Seher setzt zu viele Akzente mit dem teigigen Knödel, der süßen Soße, dem sauren Rotkraut in der nicht überzeugenden Brei-Konsistenz und jeder Menge Pfeffer. Die glasierte Banane mit Kiwisorbet, Salzkaramellcréme, Popcorn und Maracuja (17 Euro) ist danach ein willkommener, fruchtig-leichter Abschluss.

Vom Empfang bis zum Abschied ein einwandfreier Service im Christophorus

Das auf dem 800 Grad heißen Infrarotgrill zubereitete Rib Eye Steak hält weiterhin ein, was der Preis verspricht (62 Euro für 250 Gramm): allerhöchste Qualität. Kombiniert mit „Tuning“ wie Zwiebelringen (2,50 Euro) und Cognac-Pfeffer-Jus (4,50 Euro) bleibt dieses Essen ein großes Vergnügen. Ein Glas von der Cuvée L’Héritage vom Weingut Drautz-Able (0,1 Liter für 14,50 Euro) ist eine Klasseempfehlung dazu, ebenso wie der Bordeaux zum Reh (12 Euro).

Der Service im Christophorus ist vom Empfang bis zum Abschied einwandfrei – und das Ambiente im Museum mit dem Blick auf den Porscheplatz einzigartig. Die Automobilbranche mag in der Krise stecken, das Christophorus ist trotzdem jeden Öffnungstag so gut wie ausgebucht.

Service

Christophorus, Porscheplatz 5, Stuttgart, 0711/91125980. Geöffnet Dienstag bis Samstag von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 24 Uhr. www.porsche.de

Bewertung

Küche: 5 Sterne

Service: 5 Sterne

Atmosphäre: 5 Sterne

Legende ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = der viel zu verbessern

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