Porsche-Schule Weissach Ein Schlüsselprojekt für die ganze Gemeinde

Von Kathrin Klette 

Die Bauarbeiten an der Porsche-Schule haben begonnen. „Neue“ Leitungen sorgen für Überraschungen.

Auf dem Schulgelände wird kräftig gebuddelt. Foto: factum/Granville
Auf dem Schulgelände wird kräftig gebuddelt. Foto: factum/Granville

Weissach - Wenn es auf einer Baustelle rattert und dröhnt, ist das für die direkten Nachbarn nie besonders erfreulich. Besonders, wenn man sich dabei auch noch konzentrieren soll. Bei Schülern und Lehrern der Ferdinand-Porsche-Gemeinschaftsschule überwiegt trotz der derzeitigen Einschränkungen aber klar die Vorfreude. Denn die Schule bekommt zwei Anbauten für eine Mensa und ein Gebäude mit Klassenräumen.

„Wir sind sehr froh, dass es nun losgegangen ist“, sagt die Schulleiterin Karin Karcheter. Bekanntlich wird es unter dem Dach des derzeitigen Komplexes langsam eng, um es vorsichtig auszudrücken. Die Einrichtung hat aufgrund des Konzepts der Gemeinschaftsschule und des Ganztagsbetriebs in den vergangenen Jahren einigen Zulauf bekommen.

Lange leer stehen werden die neuen Gebäude also ganz sicher nicht. „Im Moment sind einige Grundschulklassen in Containern untergebracht“, erklärt Karcheter. Diese Kinder können nach dem Abschluss der Bauarbeiten wieder in ihr altes Gebäude zurück, der Neubau ist für die weiterführenden Klassen gedacht.

Die Mensa wird sehnlichst erwartet

Auch die Mensa wird sehnlichst erwartet. Derzeit nehmen die Kinder ihr Mittagessen in der benachbarten Vereinsgaststätte ein. „Das funktioniert gut, wir sind auch sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeit haben“, so Karcheter. Eine eigene Mensa wäre aber ein großer Schritt nach vorne. Nicht nur gebe es dort mehr Platz, sodass die Kinder nicht in so vielen Schichten essen müssen. „Die Mensa bietet als Mehrzweckhalle auch genügend Raum für Veranstaltungen“, freut sich Karcheter.

Die Schulerweiterung „stellt ein Schlüsselprojekt für die Gemeinde Weissach dar“, findet deshalb auch der Bürgermeister Daniel Töpfer. Vor eineinhalb Monaten haben die Bauarbeiten auf dem Schulgelände an der Nußdorfer Straße begonnen. Die Baugruben werden in den nächsten Wochen ausgehoben sein. „Die beauftragte Baufirma arbeitet gut und kooperativ, aus Verwaltungssicht sind wir bislang sehr zufrieden“, sagt Töpfer.

Trotzdem gibt es wohl keine Baustelle ohne unerwartete Zwischenfälle. Hier war es nicht anders: „Zu Beginn der Aushubarbeiten für das neue Klassenzimmergebäude haben wir Leitungen verschiedenster Art entdeckt, die nach den vorhandenen Plänen an ganz anderen Stellen hätten liegen müssen“, berichtet Töpfer. „Teilweise war deren Existenz auch gar nicht bekannt.“

Auch im Bereich der Mensa lag eine Abwasserleitung, die in keinem Leitungsplan verzeichnet war. Aber „da wir im Bereich des Klassenzimmergebäudes mit Munitionsresten rechnen mussten, wurde ohnehin vorsichtig gegraben und erfreulicherweise nichts zerstört“. Mittlerweile seien alle Leitungen wegverlegt, abgeklemmt oder beseitigt worden, da viele seit Jahren ohne Funktion waren.

Kampfmittel wurden dagegen glücklicherweise keine entdeckt, und trotz der Schwierigkeiten mit den Leitungen liege man gut im Zeitplan. Die Fertigstellung des Projekts ist für den Schuljahresbeginn 2018/2019 geplant.

Räume bleiben alle nutzbar

Bis dahin müssen die Schüler und Lehrer sich mit der Baustelle noch arrangieren. Der Pausenhof ist wegen der Arbeiten in der Größe eingeschränkt, die Räume sind aber alle nutzbar, erläutert Karin Karcheter auf Anfrage unserer Zeitung. „Die Arbeiten finden ja alle außerhalb statt.“

Natürlich sei es laut, bei einer Baustelle nichts Ungewöhnliches. „Aber das wird von der ganzen Schulgemeinschaft gut getragen.“ Eine Lösung für die Abschlussprüfungen müsse man fürs Erste jedenfalls nicht suchen. „Die haben wir dieses Jahr noch gar nicht, und nächstes Jahr ist die Lage nicht mehr so kompliziert.“

Hintergründe
Die Entscheidung zur Schulerweiterung fiel 2015. Das eingeplante Gesamtvolumen beträgt sechs Millionen Euro. Dazu gehören nicht nur die beiden Anbauten, sondern unter anderem eine Neuaufteilung des Lehrerzimmers im Jahr 2016. Die Zahl der Lehrkräfte hat sich in vier Jahren von 19 auf 37 immerhin fast verdoppelt. Das neue Klassenzimmergebäude bietet mit drei Stockwerken Platz für acht Unterrichtsräume. In der Mensa finden sich 170 Essplätze.




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