Porsche Tennis Grand Prix Keine Angelique Kerber in Sicht

In Stuttgart früh gescheitert: Angelique Kerber Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Angelique Kerber spielt nicht ewig – und eine Nachfolgerin gibt es wohl in den nächsten Jahren nicht. Das deutsche Nachwuchssystem ist zu schwerfällig.

Sport: Dominik Ignée (doi)

Nach dem Porsche Tennis Grand Prix wird deutlich, dass es um das deutsche Frauentennis nicht zum Besten bestellt ist. Zwei 34 Jahre alte Spielerinnen standen im Mittelpunkt des Interesses. Die eine, Angelique Kerber, verabschiedete sich bereits am Mittwoch in Runde eins des Turniers. Die andere, Laura Siegemund, schaffte es mit Biss und Glück ins Viertelfinale. Zwei Spielerinnen im Spätherbst ihrer Karriere suchen krampfhaft den Anschluss an die Topspielerinnen. Und im Hinblick auf eine Nachfolge ist niemand in Sicht.

 

Man wird sich wohl damit abfinden müssen, dass in den nächsten Jahren keine deutsche Spielerin im Finale des Stuttgarter Turniers stehen wird. Nachwuchskräfte wie Jule Niemeier, Nastasja Schunk und Eva Lys sind noch nicht so weit.

Auch das Schulsystem trägt schuld

„Natürlich haben wir nicht direkt eine neue Kerber in den nächsten zwei, drei oder vier Jahren“, sagt Anke Huber, die Sportliche Leiterin des Stuttgarter Turniers. Einige Mädchen seien zwar auf einem guten Weg, doch bräuchten sie Zeit. Das Nachwuchssystem in Deutschland ist schwerfällig, Spielerinnen wie die Polin Iga Swiatek (20) oder die Britin Emma Raducanu (19) sind etwa im gleichen Alter wie der deutsche Nachwuchs – aber schon oben angekommen. „Wir haben ein wahnsinnig hartes Schulsystem in Deutschland. Da ist es fast unmöglich, Leistungssport zu betreiben“, kritisiert Huber. Es gebe keine richtigen Internate und kein System, das fördernd sei. „Deshalb muss man unseren Mädels mehr Zeit geben.“

Weitere Themen