Der mächtigste Medienunternehmer der Welt, Rupert Murdoch, wird 80 Jahre alt - und denkt offenbar noch nicht ans Aufhören.
Washington - Wenn ein lange als Zerstörer des Journalismus geltender Verleger auf einmal als potenzieller Retter des geschriebenen Worts gilt, dann zeigt sich darin die tiefe Krise der einst stolzen Zeitungsbranche in den USA. Der aus Australien stammende und 1985 zum US-Bürger gewordene Rupert Murdoch, der heute seinen achtzigsten Geburtstag feiert, hat sich selbst allerdings wenig verändert. Allein gegen alle, so lautet nach wie vor die Philosophie des mächtigsten Medienunternehmers der Welt. Zurzeit will er sich etwa den erfolgreichen britischen Bezahlsender BSkyB für rund zehn Milliarden Euro vollständig einverleiben.
32 Milliarden Dollar (umgerechnet 23 Milliarden Euro) Jahresumsatz machte Murdochs globales Medienkonglomerat im Jahr 2010. Filmprojekte wie "Avatar" und die Übertragungsrechte für die amerikanische Football-Liga NFL gehören ebenso zu Murdochs Wirkungskreis wie Schmuddelblätter nach Art der britischen "Sun" oder der aggressiv rechtspopulistische amerikanische Nachrichtensender Fox News. In Großbritannien beherrscht Murdoch die Hälfte des Zeitungsmarkt und in Australien fast drei Viertel - mit dem entsprechenden politischen Einfluss.
Ein viel beachteter Stratege in der Onlinewelt
Doch seitdem Rupert Murdoch im Jahr 2007 unter dem Aufschrei vieler Journalisten das "Wall Street Journal" aufkaufte und anschließend seine Kritiker Lügen strafte, hat der politisch rechtsgerichtete Multimilliardär immerhin ein seriöses Aushängeschild. Das einst auf den konservativen Investor ausgerichtete Börsenblatt ist seitdem bunter, vielfältiger und auch politischer geworden. Murdoch hat sogar richtig Geld in die Hand genommen, um mit einem Lokalteil dem Platzhirsch "New York Times" Paroli zu bieten.
Das tat er zwar auch, um das ihm zu weit links stehende Traditionsblatt zu ärgern, doch der Medienvielfalt hat das nicht geschadet. Vor allem Murdochs Experimente im Online-Bereich machen ihn heute zu einem vielbeachteten Strategen. Seit seinem Start mit australischen Zeitungen vor einem halben Jahrhundert hält der als Arbeitgeber oft rücksichtslose Murdoch das Geldverdienen für die oberste Verlegerpflicht. Die Gratiskultur im Internet ist ihm deshalb ein Dorn im Auge. Das "Wall Street Journal" verlangt als eine der wenigen Zeitungen in den USA für einen Teil seiner Online-Ausgabe Geld.