Halbjahresbilanz des Flughafens Die Passagierzahl wächst um sieben Prozent

Von Josef Schunder 

Am Flughafen Stuttgart läuft der Betrieb so gut, dass hier bis zum Jahresende wahrscheinlich erstmals über elf Millionen Passagiere starten und landen werden. Aber auch die Zahl der Flugausfälle war im ersten Halbjahr hoch. Das hat seine Gründe.

Auf dem Flughafen Stuttgart stellten sich im ersten Halbjahr 2018 deutlich mehr Fluggäste ein als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt
Auf dem Flughafen Stuttgart stellten sich im ersten Halbjahr 2018 deutlich mehr Fluggäste ein als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Stuttgart - Am Flughafen Stuttgart brummt der Betrieb wie lange nicht mehr. Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 5 291 566 gestiegen. Außerdem verzeichnete man in diesem Jahr auch einmal im Juni mehr als eine Million Fluggäste, was diesen Monat zum „stärksten Juni aller Zeiten am Flughafen Stuttgart“ machte, wie die Geschäftsführerin Arina Freitag am Dienstag erklärte. Aber noch stärker ist die Zahl der ausgefallenen Starts und Landungen gestiegen: um rund 100 Prozent.Die Zahl der absolvierten Starts und Landungen ist nicht mehr zurückgegangen. Vorher war das etliche Jahre so, weil die Fluggesellschaften größere Maschinen mit mehr Sitzplätzen einsetzen als früher. Im ersten Halbjahr 2018 ging es plötzlich wieder nach oben – und das gleich um 9,7 Prozent auf 52 741 Flugbewegungen. Angesichts dieser Entwicklungen rechne man zum Jahresende mit „deutlich mehr als elf Millionen Passagieren“, sagte Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung, mit „großer Freude und Zuversicht“.

Weil einige Fluggesellschaften mit der Bewältigung des ausgeweiteten Flugverkehrs kämpfen, aber auch wegen anderer Ursachen wie Engpässen bei den Fluglotsen in Deutschland gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres auch in Stuttgart auffallend viele ausgefallene Starts und Landungen. Diese Zahl stieg von 594 im ersten Halbjahr 2017 auf jetzt rund 1200, davon 600 Starts. Etwas überproportional sei dies auf den Lufthansa-Konzern mit ihrer Tochter Eurowings zurückzuführen, die in Stuttgart mit einem Marktanteil von jetzt 41 statt 35 Prozent der Fluggäste die Nummer eins der Fluggesellschaften sei, sagte Arina Freitag.

Zahl der Flugausfälle steigt um rund 100 Prozent an

Eurowings ist die Airline, die Ende 2017 und Anfang 2018 viele Flugzeuge von der insolventen Air Berlin übernommen hat und sich bei ihren Kunden erst jüngst für viele Flugausfälle und Verspätungen entschuldigt hat. Ein Problem, das am Flughafen Berlin-Tegel die Fluggäste ganz besonders in Atem hält, aber auch Auswirkungen auf Stuttgart hat, weil Berlin hier das wichtigste Flugziel ist.

Da nun ein neuer Rekordsommer für den Flughafen Stuttgart bevorstehe, sei die Herausforderung groß. „Wir tun alles, damit unsere Passagiere möglichst pünktlich und zuverlässig in den Urlaub starten können“, versprach Arina Freitag. Bei zu vielen Partygesprächen oder Gesprächen in Familien- und Freundeskreisen werde momentan über Negativerlebnisse bei Flugreisen geredet. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft habe sich auch schon in Zeitungsanzeigen für die derzeitigen Erschwernisse entschuldigt.

Die Flüge, die in Stuttgart stattfanden, seien in den ersten fünf Monaten des Jahres freilich zu 82 Prozent pünktlich gewesen. Das bedeute, dass diese Starts und Landungen maximal 15 Minuten vom Flugplan abgewichen seien. Damit liege man im Vergleich mit anderen deutschen Airports sehr weit vorn. Die Betreuung der Flugzeuge sei hier so gut, dass man sogar oft einen Teil der Verspätungen habe reduzieren können, mit denen die Maschinen aus ihrem üblichen Umlauf zwischen verschiedenen Flughäfen angekommen waren.

Es steht ein Rekordsommer bevor

An diesem Donnerstag könnte es durch einen Streik von Ryanair-Piloten, die in Irland angestellt sind, zu zusätzlichen Problemen kommen, denn Stuttgart ist in diese Umlaufpläne einbezogen. Von hier fliegt Ryanair Dublin, Manchester und Palma de Mallorca an. Genaues wisse man noch nicht, hieß es am Flughafen. Das Kabinenpersonal und die Piloten von Ryanair setzen sich für eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen ein.

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