Postdörfle in Stuttgart-Nord Bauen im historischen Kontext

Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) hat im Postdörfle den Grundstein für weitere 28 Wohnungen gelegt. Die Anordnung der Gebäude erfolgt laut GWG auf der Basis der ursprünglichen Bebauung an dieser Stelle des Postdörfles, das im Zweiten Weltkrieg zum großen Teil zerstört worden ist.

Rainer Alber von der Baufirma Rommel, Rainer Ganske von der GWG und Bezirksvorsteherin Sabine Mezger (von links)  bei der Grundsteinlegung Foto: GWG/Peter-Michael Petsch
Rainer Alber von der Baufirma Rommel, Rainer Ganske von der GWG und Bezirksvorsteherin Sabine Mezger (von links) bei der Grundsteinlegung Foto: GWG/Peter-Michael Petsch

S-Nord - Im Postdörfle ist Ende November der Grundstein für den vierten Bauabschnitt der GWG, Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg, gelegt worden. Bereits fertig sind die Gebäude Vordernbergstraße 19 und 21 und Im Kaisemer 16A und 16B, als dritter Bauabschnitt. In den vier Häusern sind 122 Wohneinheiten entstanden. Erster und zweiter Bauabschnitt waren die Vordernbergstraße 15, Im Kaisemer 16, Vordernbergstraße 9 und 11. Nun ist die Fläche direkt an der Birkenwaldstraße dran: Hier soll ein Gebäude mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen errichtet werden.

„Wir sehen uns auch in der Verantwortung, das Postdörfle als historischen Ort zu würdigen und architektonisch hochwertige Wohnungen umzusetzen“, sagte Rainer Ganske, Vorstandsmitglied der GWG, bei der Grundsteinlegung. Das Postdörfle war die erste Arbeitersiedlung Stuttgarts und entstand zwischen 1868 und 1872. Bauherren waren die württembergische Post und der Eisenbahn, die die Häuser für ihre Angestellten bauen ließen, ähnlich der Eisenbahnersiedlung im Nordbahnhofviertel. Architekt war Oberbaurat Georg Morlok, der bereits für Stuttgarts ersten Hauptbahnhof an der heutigen Bolzstraße verantwortlich zeichnete. 1944 wurde die Siedlung bei einem Luftangriff größtenteils zerstört und später mit einfachen Häusern wieder aufgebaut. Laut GWG hat man sich nun an der ursprünglichen Anordnung der Gebäude im Postdörfle orientiert, als Grundlage der Neubebauung diente dazu ein Gutachten zur historischen Bebauung.

Bauen inmitten eines gewachsenen Viertels

Zwei- bis Vierzimmerwohnungen sowie zwei Penthousewohnungen werden hier auf sechs Stockwerken entstehen. „Wir werden vor Ort attraktive Eigentumswohnungen für verschiedene Zielgruppen anbieten und die starke Nachfrage bestätigt uns darin“, so Rainer Ganske. Bereits jetzt seien 18 der 28 Wohnungen verkauft. „Besonders wichtig ist uns, dass wir nicht auf der grünen Wiese bauen, sondern inmitten eines gewachsenen Stadtviertels.“ Die Wohnungen werden voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2017 bezugsfertig sein. Die GWG investiert rund 9,8 Millionen Euro in diesen Bauabschnitt.

Die Vordernbergstaffel, die von der Birkenwaldstraße hinunterführt, ist seit vergangenem Jahr aufgrund der Bauarbeiten nicht mehr nutzbar. Sanierungsbedürftig war sie ohnehin, so dass die Stadt sie nach Abschluss der Bauarbeiten an der Birkenwaldstraße wiederherstellen wird.

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