Poststreiks im Kreis Esslingen Briefzustellung auf der Kippe

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert 15 Prozent mehr Lohn für die bei der Post Beschäftigten. Foto: dpa/Jens Büttner

Nach den Arbeitsniederlegungen im Postsektor während der letzten Wochen droht ein unbefristeter Streik.

Nach dem Streik ist vor dem Streik. Der Postsektor kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Scheitern der dritten Runde der Verhandlungen für die rund 160 000 Tarifbeschäftigten Anfang Februar kündigt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weitere Aktionen an und erhöht den Druck auf die Deutsche Post.

 

Urabstimmung beginnt

Benjamin Stein, der Verdi-Bezirksgeschäftsführer für den Bereich Fils, Neckar und Alb, ist am Telefon nur schwer zu verstehen. Trillerpfeifen, laute Stimmen und skandierte Rufe im Hintergrund erschweren eine Verständigung. Er sei gerade bei einem Streik vor Ort, sagt er. Ein solches Szenario könnte in der Brief- und Paketzustellung nach den Arbeitsniederlegungen im Brief- und Paketzentrum Köngen und den Zustellstützpunkten im Kreis Esslingen in den letzten Wochen erneut drohen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen beginne am Freitag, 17. Februar, die Urabstimmung über die Durchführung eines Arbeitskampfes unter den bei der Deutschen Post beschäftigten Mitgliedern.

Dieser Urnengang wird laut Benjamin Stein etwa zweieinhalb Wochen dauern. Wenn die Mitglieder mehrheitlich ihre Zustimmung erteilen würden, dann werde ein unbefristeter Streik ausgerufen. Wann, wo und wie lange in welchem Bereich die Arbeit niedergelegt werde, werde die Gewerkschaft nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Urabstimmung entscheiden. Zu viele Informationen wollten die Vertreter der Arbeitnehmer im Vorfeld aber nicht geben. Die Arbeitgeberseite solle sich nicht auf Arbeitsniederlegungen vorbereiten können: „Das entscheiden wir dann ganz spontan.“

Kritik an Arbeitgebern

Verdi bleibt laut Benjamin Stein bei seiner Forderung nach 15 Prozent mehr Lohn. Die von der Deutschen Post bei der letzten Tarifrunde vorgelegten Vorschläge mit einer langen Laufzeit von 24 Monaten und der geringen Entgelterhöhung im Jahr 2024 seien nicht akzeptabel, erklärt der Gewerkschafter: „Die Inflation geht ja nicht weg.“

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