Kanzlerin Angela Merkel weiß, dass ihre Kleidung kritischer beäugt wird als die eines Mannes. Für einen Mann sei es laut Merkel kein Problem, hundert Tage hintereinander einen dunkelblauen Anzug zu tragen während Frauen viel eher für ihre Garderobe kritisert würden.

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel ist sich bewusst, dass ihre Kleidung kritischer beäugt wird als die eines Mannes. „Für einen Mann ist es überhaupt kein Problem, hundert Tage hintereinander einen dunkelblauen Anzug zu tragen, aber trage ich innerhalb von zwei Wochen viermal den gleichen Blazer, dann erzeugt das Bürgerpost“, sagte sie der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Donnerstag). Da schrieben Menschen, denen ihre Garderobe auffalle. „Und mit solchen Reaktionen muss ich natürlich umgehen.“

Definition durch Kleidung

Als wichtigstes weibliches Vorbild der Gegenwart in Sachen Stilfragen sieht sich Merkel aber nicht: Das wäre ein wenig übertrieben, sagte sie. Dazu hätten auch andere Frauen in der Politik wie die demokratische US-Politikerin Hillary Clinton, die britische Premierministerin Theresa May oder früher Margaret Thatcher beigetragen. Und auf einer ganz anderen Ebene habe auch die Queen über die Garderobe viele Dinge definiert. „Aber einen Beitrag habe ich auch dazu geleistet. Ganz automatisch“, sagte Merkel.