Hannelore und Manfred Seibold haben eine riesige Bananenpflanze in ihrem Innenhof, alleine der Topf wiegt rund eine Tonne. Wie kommt es zu so einem prächtigen Exemplar?

Rems-Murr: Eva Schäfer (esc)

Es sind Größenverhältnisse, die wohl selten bei Topfpflanzen zu erleben sind. Die „Pflänzchen“, die Hanne und Manfred Seibold in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) hegen und pflegen, haben Ausmaße, dass keiner auch nur daran denkt, diese auf einer Fensterbank abzustellen. Vielmehr können sie es wohl mit einigen Exemplaren in der Stuttgarter Wilhelma aufnehmen. „Der Topf wiegt etwa eine Tonne“, sagt Manfred Seibold. Entsprechend groß ist die Bananenpflanze, die darin wächst, etwa fünf Meter hoch – und sie blüht.

 

Ein Geburtstagsgeschenk entwickelt sich zur Fünf-Meter-Bananenpflanze

Wenn Hannelore Seibold darunter steht, kann sie die Blüte mit ausgestreckten Armen bei Weitem nicht erreichen. Das Prachtstück hat sich über die vielen Jahre aus einem Geschenk entwickelt. Vor mehr als 30 Jahren hatte Hannelore Seibold eine kleine Bananenstaude zum Geburtstag überreicht bekommen. Längst haben die beiden eine weitere Pflanze daraus gezogen. Die kleinere Bananenpflanze im Hof ist ein Ableger der Mutterpflanze. Wie Manfred Seibold zeigt, geht es dieser ebenso prächtig in dem warmen und windgeschützten Innenhof in der Fellbacher Burgstraße. „Die will bald umziehen“, sagt er, „sie braucht eine größere Wohnung“ – heißt ein größerer Pflanztopf ist angesagt.

Manfred Seibold mit den Nachkommen der Mutterpflanze. Foto: Eva Schäfer

Auch beeindruckende Schmucklilien haben in dem sonnigen Innenhof für Farbe gesorgt. Deren Blüte ist jedoch bereits vorbei.

Auch beim heimischem Gemüse und Obst haben sie einen grünen Daumen

Hannelore und Manfred Seibold haben den berühmten grünen Daumen. Das zeigt sich nicht nur an der Banane, sondern auch an dem kleinen Verkaufsstand in der Burgstraße, wo sie verschiedenes Obst und Gemüse im Direktverkauf anbieten. „Wir verkaufen das, was wir selber nicht verbrauchen können“, sagt Manfred Seibold. Prächtige Pfirsiche sind das derzeit, aber auch grüne Bohnen liegen bereit, Tomaten, Zwetschgen, Feigen, Kartoffeln und manches mehr. „Gemüseanbau ist mein Hobby“, sagt der 86-Jährige.

Auf einem Äckerle in Fellbach baut er das Gemüse an. Von Kindesbeinen an seien sie mit der Landwirtschaft verbunden gewesen. „Früher war das Äckerle wichtiger als der Weinberg“, sagt Hannelore Seibold, wenn sie sich an Zeiten nach dem Krieg erinnert, in der heimische Lebensmittel eine große Rolle für die Versorgung spielten. Auch Kühe und Schweine wurden gehalten. Die Milch habe man damals im Milchhäusle zu festen Zeiten abgegeben.

Im Direktverkauf gibt es Pfirsiche,Feigen,Tomaten und einiges anderes Gemüse und Obst. Foto: Eva Schäfer

Im Sommer steht die tropische Bananenpflanze im Freien in dem sonnigen Hof an der Hauswand, im Winter wird sie dann mit dem Traktor in den Schuppen gebracht. Damit sie dort überhaupt hinein passt, muss die Pflanze stark zurückgeschnitten werden. „Wir schneiden sie auf zweieinhalb bis drei Meter zurück, dass sie hier reinpasst“, sagt Manfred Seibold. Und das passiert dann, wenn Frost angesagt ist. Aber das ist zum Glück noch eine Weile hin. Wer die blühende Bananenstaude unter dem Fellbacher Kappelberg erleben möchte, kann im Hof der Seibolds in der Burgstraße 43 in Fellbach gerne vorbeischauen, machen die beiden deutlich.