Präsidentenfrage beim VfB Stuttgart Hundt zögert, Daimler wird unruhig

Gerd Mäuser, Dieter Hundt (rechts) und eine unklare VfB-Situation. Foto: Baumann 15 Bilder
Gerd Mäuser, Dieter Hundt (rechts) und eine unklare VfB-Situation. Foto: Baumann

Gerd Mäuser ist der Präsident des VfB Stuttgart. An diesem Zustand hat sich auch am Wochenende nichts geändert, obwohl der Aufsichtsrat samstags getagt und Mäuser die Mannschaft am Sonntag nicht zum Gastspiel nach Hannover begleitet hat.

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Stuttgart - Gerd Mäuser ist der Präsident des VfB Stuttgart. An diesem Zustand hat sich auch am Wochenende nichts geändert, obwohl der Aufsichtsrat samstags getagt und Mäuser die Mannschaft am Sonntag nicht zum Gastspiel nach Hannover begleitet hat. „Die Gremien sind zusammengekommen, und es werden weitere Sitzungen folgen“, so lautet die vom VfB-Mediendirektor Marcus Jung abgegebene offizielle Verlautbarung. Das heißt: ein Ende der Führungskrise beim Fußball-Bundesligisten ist noch nicht in Sicht. Gerd Mäuser und der gesamte Verein bleiben also im Schwebezustand – was jedoch auch dazu führt, dass der Hauptsponsor Mercedes allmählich unruhig wird, wie es aus Firmenkreisen heißt.

Denn dieses Warten gibt Spekulationen und Gedankenspielen viel Raum, was dem Verein sicher nicht guttut. So darf jetzt unter anderem auch vermutet werden, dass der Aufsichtsratschef Dieter Hundt auf Zeit spielt, weil er sich auf der Suche nach einer Lösung des Führungsproblems eine Abfuhr nach der anderen eingehandelt hat.

Und es dürfte auch nicht mehr nur darum gehen, den aufgrund seines herrischen Führungsstils und der öffentlichen Kritik daran untragbar gewordenen Gerd Mäuser zu ersetzen. Dieter Hundt, der Mäuser vor zwei Jahren als Präsidenten vorgeschlagen hat, muss auch schauen, dass er selbst, so gut es geht, aus dieser verfahrenen Situation herauskommt. Deshalb ist mittlerweile auch ein Rücktritt von Dieter Hundt vor der Mitgliederversammlung am 22. Juli nicht mehr völlig ausgeschlossen.

Keine Rückkehr für Erwin Staudt

Klar ist seit dem Wochenende dagegen, dass Erwin Staudt nicht mehr als Präsident zum VfB zurückkehren wird. Auch nicht als Interimslösung, wie er nun gegenüber der Stuttgarter Zeitung sagte. Der Ehrenpräsident erneuerte aber sein Angebot, dem Verein helfen zu wollen, falls dies überhaupt gewünscht werde. Es habe sich aber noch niemand diesbezüglich bei ihm gemeldet. Sein Comeback als Präsident, aus dem nichts wird, hatten sich viele Mitarbeiter auf der VfB-Geschäftsstelle gewünscht.

Ein großes Thema beim VfB ist auch Dieter Spöri (69). Vor zwei Jahren schon war der ehemalige baden-württembergische SPD-Wirtschaftsminister ein Kandidat als Präsident. Damals lehnte er dieses Angebot ab. Jetzt sagt Spöri: „Es ist immer ehrenvoll, mit einem Amt beim VfB in Verbindung gebracht zu werden. Aber ich sehe mich in dieser Diskussion momentan nicht drin, weil ich voll ausgelastet bin.“

Lösung mit Spöri und Joachim Schmidt

Spöri hat eine Nähe zu Mercedes. Er war von 1999 bis 2008 Bevollmächtigter für die Daimler AG bei der Bundesregierung in Berlin. So könnte sich der Hauptsponsor für die Besetzung der VfB-Vereinsführung sicher eine Lösung mit Spöri und Joachim Schmidt vorstellen. Schmidt gehört der Geschäftsführung von Mercedes-Benz an und ist momentan stellvertretender Vorsitzendes des VfB-Aufsichtsrats.

Wie die Entscheidung von Dieter Hundt und dem Aufsichtsrat am Ende auch ausfallen wird, klar ist, dass der Führungsriege des VfB Stuttgart eine turbulente Hauptversammlung bevorsteht. Der Antrag auf Abwahl von Vorstand und Aufsichtsrat ist beim Verein bereits eingegangen. Mit einer einfachen Mehrheit in der Versammlung würde es der Antrag auf die Tagesordnung schaffen. Und sollte er dann dort auch noch 75 Prozent Zustimmung erhalten, so würde dem Antrag laut Satzung auch stattgegeben werden müssen.




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