Präventionstage am Schulzentrum Mit einem Flashmob zu mehr Respekt

Von Kathrin Klette 

Besonderer Themenmonat: Schüler diskutieren über Toleranz, Ausgrenzung und Radikalismus.

Beim Flashmob zum Abschluss des Themenmonats „Achtung“ führen alle Schüler gemeinsam einen Tanz auf. Foto: factum/Granville
Beim Flashmob zum Abschluss des Themenmonats „Achtung“ führen alle Schüler gemeinsam einen Tanz auf. Foto: factum/Granville

Renningen - „Hab Achtung! Wir respektieren ­einander.“ Dieses Motto prangte über dem Themenmonat Juni am Schulzentrum Renningen. Nun sind dort Themenwochen oder Aktionen zur Gewaltprävention ja eigentlich nichts Außergewöhnliches. Doch dieses Mal haben die einzelnen Einrichtungen – also die Grund- und Werkrealschule, die Realschule und das Gymnasium – sich nicht nur alleine, sondern auch in gemeinsamen Aktionen mit dem Thema befasst. Den Abschluss bildete ein großer Flashmob aller Beteiligten auf dem Schulhof.

Auch Eltern stark eingebunden

„Wir nennen uns ja kooperatives Schulzentrum“, erklärt Melanie Diehm, die stellvertretende Leiterin der Friedrich-Schiller-Schule. „Das war jetzt aber das erste Mal, dass wir einen Themenmonat so intensiv und so stark schulübergreifend ausgestaltet haben – zumindest unter dem Aspekt Prävention.“ Eine weitere Besonderheit: Die Eltern seien diesmal ebenfalls intensiv eingebunden worden. Unter anderem gab es einen extra Informationsabend für alle Eltern zum Thema Extremismus. „Sie erfuhren, wie und warum Jugendliche überhaupt an solche Gruppierungen geraten“, berichtet die Schulsozialarbeiterin Peggy Simmert. Radikale Gruppen böten oft einfache Antworten und zugleich ein Zugehörigkeitsgefühl – beides Dinge, die Jugendliche oft suchten. „Viele Eltern wurden an diesem Abend hellhörig“, sagt sie.

Natürlich habe sich auch jede Schule dem Monatsmotto gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für ein respektvolles Miteinander individuell gewidmet, auch abgestimmt auf die jeweilige Klassenstufe. „Die Ehe für alle war zum Beispiel in höheren Klassen ein großes Thema“, so Diehm. Bei den jüngeren Kindern gehe es dann natürlich weniger politisch zu. Klassen- und schulübergreifende Aktionen waren zum Beispiel die beiden Flashmobs zum Anfang und zum Ende des Projekts, bei dem die Schüler einen zuvor einstudierten Tanz aufführten. Vor allem sollte dies das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmer stärken.

Gemeinsames Treffen aller Lehrer

„Zwischen den Schularten besteht schon ein Gefälle“, weiß Regula Forth, Lehrerin an der Schiller-Schule. „Da ist es gut, wenn man auch mal etwas Übergreifendes macht.“ Gerade beim Flashmob habe sie erlebt, wie Kinder der Werkrealschule beim Tanzen ganz vorne mit dabei waren und so den anderen zeigen konnten, was sie drauf haben. Auf ein positives Echo sei zudem ein gemeinsames Treffen aller Lehrer des Schulzentrums gestoßen. „Wir haben festgestellt, dass der Austausch zwischen den Schulformen ausbaufähig ist“, formuliert es Diehm. Das Treffen sei ein weiterer Baustein gewesen, so Simmert, dass „die Schulen näher zusammenrücken“.

Doch lassen sich mit solchen Aktionen, seien es Flashmobs, Theaterstücke oder selbst Diskussionen, Schüler überhaupt beeindrucken, wenn sie ihre Meinung in einer Sache schon gefasst haben? „Man muss ­natürlich unterscheiden zwischen Prä­vention und Intervention“, sagt Melanie Diehm. „Hier arbeiten wir klar präventiv und richten uns an Schüler, die sich zu einem Thema noch gar keine Gedanken ­gemacht haben. Die können sich jetzt eine Meinung bilden.“

Schüler, die bereits kritische Tendenzen hätten, „werden von einem Theaterstück natürlich nicht einfach umgepolt“. Die anderen würden durch die Beschäftigung mit dem Thema aber sensibler und reagierten vielleicht eher, wenn im Gespräch mal eine entsprechende Äußerung falle. „Selbst der Flashmob: Das ist etwas, worüber man ­redet, und so kommt man zu Hause vielleicht ins Gespräch darüber“, sagt Simmert. „Wir versuchen hierbei, die Schüler über Emotionen zu erreichen“, so Diehm. „Am Ende können wir natürlich immer nur Denkanstöße geben.“ Trotzdem sollte man immer dranbleiben.

Derart aufwendig und zeitintensiv ­könne man einen Themenmonat selbst­verständlich nicht jedes Mal gestalten, sagt Melanie Diehm. Einmal im Jahr aber möchten die Beteiligten das schulüber­greifende Konzept gerne fortführen.




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