Praxistest Mit schickem Stufenheck

Von Gundel Jacobi 

Die Audi-A3-Limousine bietet einen vergleichsweise geräumigen Gepäckraum. Nach Umklappen der Fond-Sitze entsteht im Kofferraum jedoch eine beträchtliche Stufe.

Die A3-Limousine fährt mit einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk vor. Foto: Hersteller
Die A3-Limousine fährt mit einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk vor. Foto: Hersteller

Im Land der Kombifahrer haben Stufenhecklimousinen nur wenig Sonne, ganz im Gegensatz zu südeuropäischen Gefilden, in denen die kurze Heckklappe als eine Art Statussymbol gehobenen Lebensstils dient. Audi hat diese Marktlücke mit der dritten A3-Karosserievariante gefüllt - nach dem dreitürigen A3 und dem A3 Sportback mit fünf Zugängen. Mit keckem Heck, das die fließenden Formen der Bugpartie aufnimmt und die Audi-typische Spoiler-Lippe integriert, sorgt die A3-Limousine allenthalben für wohl­gefällige Blicke. Vorbei sind die Zeiten, da ein plumpes oder biederes Stummelheck in den kleineren Klassen Stirnrunzeln beim Betrachter hervorrief. Mit dem 115 kW (150 PS) starken Zweiliter-Diesel hat man einen ausdauernden Motor unter der Haube.

Er ist kräftig und somit für alle Herausforderungen vom gemütlich-durchzugsfreudigen bis hin zum eilig- beschleunigenden Druck aufs Gaspedal gewappnet. Allerdings ist er von einem diskreten Flüsterdiesel ein paar Dezibel entfernt, da man ihn kernig arbeiten hört - bis bei höherem Tempo die Reifenabroll­geräusche überwiegen. Zusammen mit dem knackig zu schaltenden Sechsganggetriebe lässt sich die Limousine erwartungsgemäß flott voranbringen. Hier mal ein Spurt und dort mal ein - dank Start-Stopp-System - komplett ruhiger Halt an der Ampel: Die A3-Limousine ist zweifellos eine ergebene Weggefährtin, die auch durch ihr ausgewogen abgestimmtes Fahrwerk zu gefallen weiß.

Passagiere im Fond sollten nicht größer als 1,70 Meter sein

Das Wageninnere ist angenehm übersichtlich, querbetont und schlank gestaltet. Während der Rundumsicht kommt der Blick nach hinten schnell an seine Grenzen - ohne Parkpiepser wäre im Test manches kleinere oder größere Missgeschick passiert. Passagiere im Fond sollten nicht größer als 1,70 Meter sein, denn sonst streift das Haupthaar den Dachhimmel. Der Kofferraum fasst 425 Liter. Zum Vergleich: das sind 60 Liter mehr als im A3 Dreitürer und 45 Liter mehr als im A3 Sportback. Nach mehreren Touren mit einigen Einzelteilen im Stauraum gewöhnt man sich wie ein Höhlenforscher ans Bücken und Hineinkriechen, wenn das Transportgut nach vorn an die Rückenlehnen der zweiten Reihe gerutscht ist.

Nach Umklappen der Fond-Sitze entsteht im Kofferraum eine beträchtliche Stufe. Die A3-Limousine-Preisliste beginnt bei 25 150 Euro für den 1,4-Liter-Einstiegsbenziner mit 92 kW (125 PS). In der mittleren Ambition-Ausstattung kostet der getestete Zweiliter-Diesel mit 110 kW (150 PS) mindestens 31 400 Euro. Autsch: mit sechseinhalb Liter Kraftstoff lag der Testverbrauch bei wirtschaftlicher Fahrweise happige zweieinhalb Liter über der Norm. Alles in allem fühlen sich technische Spielernaturen von der ersten Sekunde an wohl in der A3-Limousine, da mit den Dreh- und Drückstellern, einem Feld zur Zeicheneingabe sowie der Bildschirmwiedergabe auf der Mittelkonsole vieles geregelt wird.

Trotzdem sind Klimaanlage, Sitzheizung oder Umluft auch traditionell mit extra dafür vorgesehenen Schaltern in Gang zu setzen. Diese Mischung ist praktisch und möge noch lange so existieren.