In Berlin wurde zum sechsten Mal der Preis für Popkultur vergeben. Mit Tocotronic und den Beatsteaks räumten zwei Männerbands wichtige Auszeichnungen ab.

Am Dienstagabend wurde in Berlin zum sechsten Mal der Preis für Popkultur vergeben. In der Kategorie Lieblingskünstler*in setzte sich die in Hamburg lebende Indie-Pop-Sängerin Antje Schomaker durch. Schomaker („Ich muss gar nichts“) wurde vor rund 1000 Gästen im Admiralspalast ausgezeichnet. Die Songwriterin setzt sich in ihren Liedern auch mit einer männlich dominierten Musikszene auseinander. „Ich hab’ das Gefühl, wir verändern was“, sagte sie nach der Auszeichnung.

 

Zwei reine Männerbands räumten allerdings prompt in wichtigen Kategorien Preise ab. Die aus Berlin stammenden Beatsteaks („I don’t care as long as you sing“) wurden als Lieblingsband ausgezeichnet. Die in Hamburg und Berlin verankerte Band Tocotronic konnte mit „Nie wieder Krieg“ das Lieblingsalbum präsentieren.

So wird die Jury zusammengestellt

Der Preis für Popkultur wurde von einer Jury vergeben, die sich aus den rund 900 Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Popkultur zusammensetzt. Die Mitglieder kommen nach Angaben des Verbandes aus allen Bereichen der Musikwirtschaft und Popkultur.

Den Lieblingssong lieferte Kraftklub-Frontmann Felix Kummer, der als Kummer mit Fred Rabe den Hit „Der letzte Song (Alles wird gut)“ eingespielt hat. Ein Lifetime Achievement Award ging an die Sängerin Doro Pesch. Die 58-Jährige aus Düsseldorf hat als „Queen of Metal“ in den 90er Jahren mit ihrer Band Warlock als Solo-Musikerin die männlich geprägte Phalanx des Metal-Rock durchbrochen.

Auszeichnung für Carolin Kebekus

In der Kategorie Hoffnungsvollste*r Newcomer*in sicherte sich die Bremer Punkband Team Scheisse den mit 10 000 Euro dotierten Preis. Eine Auszeichnung für gelebte Popkultur ging an die Moderatorin und Komikerin Carolin Kebekus. Sie organisierte mit dem Dcksfestival in Köln in diesem Jahr ein nur mit Frauenbands Festival.

Die als Novaa arbeitende Electropop-Sängerin Antonia Rug konnte mit ihrem Song „She’s A Star“ in der Kategorie Lieblingsproduzent*in überzeugen. Als Beeindruckendste Liveshow sah die Jury das mit viel Feuer, Licht und Effekten ausgestattete Bühnenspektakel von Rammstein. Das Lieblingsvideo lieferten der als Betterov arbeitende Manuel Bittorf und Regisseur Fares Hamade mit „Bring mich nach Hause“.Als Schönste Geschichte zeichnete die Jury das „Hörbuch der sexualisierten Gewalt“ von Blond aus, der Band unter anderem von mit Nina und Lotta Kummer, Schwestern von Kraftklub-Sänger Felix Kummer.