Preis für Schauspielkunst an Bjarne Mädel Einer, der kein Heldentum braucht

Von red 

Beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen wurde der mit „Stromberg“ bekannt gewordene Bjarne Mädel geehrt. Der gab zu, sein eigentliches Ich gar nicht zu kennen.

Bjarne Mädel bei den Dreharbeiten zu seiner Paraderolle als „Tatortreiniger“ Foto: NDR/Thorsten Jander
Bjarne Mädel bei den Dreharbeiten zu seiner Paraderolle als „Tatortreiniger“ Foto: NDR/Thorsten Jander

Ludwigshafen - Es gab kein Halten mehr fürs Publikum in Ludwigshafen beim noch bis 8. September 2019 dauernden Festival des Deutschen Films, als der Schauspieler Bjarne Mädel aus der Limousine auf der Parkinsel stieg und den roten Teppich betrat. Der Publikumsliebling aus „Stromberg“, „Tatortreiniger“ und vielen anderen Filmen und Serien bekam eine Standing Ovation – und den Preis für Schauspielkunst 2019.

Die Preisverleihung fand am Sonntag vor über 2400 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur statt. Im Anschluss wurde der Film „25 km/h“ von Regisseur Markus Goller gezeigt.

„Ich musste schon den Ernst-Lubitsch-Preis mit meinem Filmpartner Lars Eidinger teilen, dieser Preis ist nur für mich“, sagt Schauspielpreisträger Bjarne Mädel in seiner Erwiderung der Laudatio und lieferte einen hoch amüsanten und kurzweiligen Exkurs. Weil er immer gefragt würde, ob er wirklich so sei, wie in seinen Rollen, sprach ironisch von seinem wahren und eigentlichen Ich, das er gar nicht kenne.

Naiv und blöd und klug

Der Festivaldirektor Michael Kötz hatte zuvor in seiner Laudatio gesagt: „Bjarne Mädel erschien und scheint ihnen einer von ihnen zu sein. Sie lieben ihn dafür, dass er in allem, was er macht, zugleich auch einen neuen Typ Mann verkörpert: einen, der keinen Herrschaftsanspruch erhebt, einen, der jederzeit auch über sich selber lachen könnte, der es nicht nötig hat, sich stärker zu geben als er ist, der kein Heldentum braucht, um ein Held zu sein – ein Held der Situationen, die er – zumindest als Schauspieler – beherrscht wie kaum ein anderer. Bjarne Mädel spielt stets so, als könne das unmöglich nur gespielt sein. Dass er sein Spiel in kammerspielartigen Szenen lückenlos durchhält, das war und ist einfach großartig. Und dass er es schafft, in ein und demselben Satz zugleich naiv, ja ein bisschen blöd und hintergründig höchst klug und clever zu wirken, das, glaube ich, macht ihm keiner nach.“

Zu den bisherigen Preisträgern für Schauspielkunst des Festival des deutschen Films zählen Hanna Schygulla, Hannelore Elsner, Bruno Ganz und Matthias Brandt.