Preise bei der Bahn Die kleine Reisegruppe zahlt im Zug künftig mehr

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Die Deutsche Bahn ändert die Regelungen beim Baden-Württemberg-Ticket: zu zweit wird die Fahrt billiger, zu fünft aber deutlich teurer.

Die Deutsche Bahn AG erhöht die Preise Foto: dpa 2 Bilder
Die Deutsche Bahn AG erhöht die Preise Foto: dpa

Stuttgart - Baden-Württemberg-Ticket ab 11. 12. 2012 mit neuem Preisangebot". Der leicht versteckte Hinweis auf aktuelle Broschüren für die sehr beliebte Fahrkarte hat es in sich. Auf Nachfrage bestätigte die Bahn durchaus gravierende Änderungen. Es gilt zwar am Automaten und im Internet weiter ein Basistarif von 21 Euro für eine Person. Doch für jeden weiteren Fahrgast kommen vier Euro dazu, insgesamt dürfen fünf Personen fahren. Wer sein Ticket am Schalter kauft, zahlt auch noch zwei Euro Aufschlag.

Bisher wurde plakatiert: "Bis zu 5 Personen, 1 Tag, 29 Euro". Die Änderung wird dazu führen, dass zwei Reisende für 25 Euro unterwegs sind und somit vier Euro sparen (minus 14 Prozent). Bei drei Personen ändert sich nichts. Sind es vier zahlen sie 33 Euro, also 14 Prozent mehr als bisher. Alle fünfe sehen sich mit 37 Euro und einer Preiserhöhung von 28 Prozent bei einer Fahrkarte konfrontiert, die bei Kleingruppen gerne und viel genutzt wird, wie ein Bahn-Sprecher bestätigt.

"So treibt man die Leute ins Auto", kommentierte ein Bahnreisender spontan. Seine sogleich formulierte Kritik an das für den Regionalverkehr verantwortliche Land Baden-Württemberg führt freilich ins Leere. Das Land lässt zwar die Züge rollen und bezahlt dafür zwischen sieben und zehn Euro je gefahrenen Kilometer, doch für die Fahrkarten und die entsprechende Preisgestaltung ist in DB-Zügen die Bahn-Tochter DB-Regio zuständig. Dort verweist der Bahn-Sprecher auf die Vorteile für die Fahrt zu zweit. Und auch darauf, dass Eltern und auch Großeltern das Baden-Württemberg-Ticket weiterhin für die Fahrt von beliebig vielen Kindern oder Enkeln bis 15 Jahre nutzen können.

Es müssen allerdings "echte" Familienmitglieder sein. Für die anderen Gruppen gilt, dass sie gemeinsam losfahren und ankommen müssen. Ein Student, der in Heilbronn eine Karte für fünf löst, losfährt und später vier Kommilitonen in Ludwigsburg, Stuttgart, Böblingen und Horb zusteigen lässt, um gemeinsam den Studienort Konstanz zu erreichen, ist somit nicht zulässig.

Geltungsbereich des Ba-Wü-Tickets bleibt unverändert

Das Ticket kann für alle Nahverkehrszüge gelöst werden, also für den Interregio-Express (IRE), den Regional-Express (RE), für die Regionalbahnen und auch für S-Bahnen. Letzteres hängt damit zusammen, dass alle Tarifverbünde - sie decken das Land flächendeckend ab - diesen Fahrschein anerkennen. Auch einige Bahnhöfe außerhalb der Landesgrenzen können mit diesem Sparticket erreicht werden, Basel SBB, Lindau oder auch Würzburg.

Unverändert bleiben die Tageszeiten, während derer das Baden-Württemberg-Ticket gilt, nämlich von Montag bis Freitag ab neun Uhr, samstags, sonn- und feiertags ab Mitternacht. Wer nicht vor neun Uhr reist, spart somit selbst dann, wenn er alleine fährt. Beispiel: Tübingen-Konstanz kostet mit dem Baden-Württemberg-Ticket 21 Euro, der Normalpreis beträgt 31 Euro.

Ganz unabhängig von diesem Ticket erhöht die Bahn ihre Preise vom 11. Dezember an, und zwar um durchschnittlich 3,9 Prozent im Fernverkehr und um durchschnittlich 2,7 Prozent im Nahverkehr. Als Grund werden steigende Energie- und Personalkosten genannt.