Nicht nur schön, vor allem auch gut sollen Gebäude und Gegenstände gestaltet sein, damit sie lange geschätzt, bewohnt und benützt werden. Auszeichnungen sind dabei ein probates Mittel, um Firmen dazu zu ermuntern, sich entsprechend zu engagieren – seit 70 Jahren ist dies auch Aufgabe des Rats für Formgebung, der 1953 in Darmstadt gegründet wurde und den Preis „German Design Award“ auslobt.
Längst ist es ein Preis, mit dem sich Gestalter und Architekten von Taipeh bis Tübingen, von Singapur bis Stuttgart ebenso gern schmücken wie die Firmen, die sie beauftragt haben. Gute Entwürfe für Büros sind unter den Gewinnern des German Design Awards 2024, umgebaute Einfamilienhäuser und Apartments, Feuerwehrhäuser, Messestände und Ölmühlen, umgestaltete ehemalige Fabriken ebenso wie in ökologischer Bauweise errichtete Turnhallen.
Gute Gestaltung ist nachhaltig
„Mit dem German Design Award schaffen wir weit mehr als nur ein Schaufenster für Designleistungen. Mehr und mehr sehen wir die Notwendigkeit, den Designdiskurs in den Vordergrund zu stellen: Globale Entwicklungen, Nachhaltigkeit und Circular Design, Digitalisierung und KI, sowie Ideen für eine sozialere, gerechtere Gesellschaft sind Themen, die bei uns Platz finden,“ betont Lutz Dietzold, Geschäftsführer des Rat für Formgebung.
Stuttgarter Architektinnen und Architekten dürfen sich für dieses Jahr sogar über die Prämiumauszeichnung „Gold“ freuen – das Büro haascookzemmrich STUDIO2050 Freie Architekten aus Stuttgart für das neue Besucherzentrum der Rapunzel Naturkost in Legau, Bayern. Das Büro hat jüngst zudem mit seinem Entwurf für neue Wohnungen im Quartier „Der Neue Stöckach“ auf dem EnBW-Areal im Stuttgarter Osten einen Preis gewonnen.
„Eine einladend konzipierte und begehbare Gebäudeskulptur, an deren Ende der Ausblick in die Landschaft ermöglicht wird“, das überzeugte die Jury für die Rapunzel-Welt: „Begleitet wird die Geste durch das schwebende, alles überspannende Dach, das sich wie ein umlaufendes Band um den Neubau legt, ohne Aus- und Einblicke zu begrenzen. Den Prinzipien einer ökologisch sinnvollen Kreislaufwirtschaft folgt die Architektur der Rapunzel.“
Holzbauten im Fokus
Scholl Architekten Partnerschaft Scholl.Balbach.Walker aus Stuttgart wiederum wurden mit Gold für ihre in ökologischer Holzbauweise neun typisierte Dreifeldsporthallen in Berlin gelobt. „Seriell geplant und gefertigt, an verschiedenartigsten Standorten implementierbar, reagieren sie auf die stetig wachsenden und sich ändernden Anforderungen an Infrastruktureinrichtungen“, so die Begründung.
„Mit dem Baustoff Holz sind Konstruktion, Gebäudehülle, Hallenausbau wirtschaftlich interessant, die Ausführungsdauer unschlagbar und im Hinblick auf Ökologie und Nachhaltigkeit von wachsender Bedeutung.“
Büros, Praxen und eine Villa
Unter den Gewinnern sind mit gut gemachter Bürogestaltung Scope Architekten aus Stuttgart dabei sowie die Stuttgarter Drei Architekten mit dem interessanten Bau des Steinbeis-Firmensitzes in Stuttgart-Hohenheim. Das Büro hat jüngst auch eine Hugo-Häring-Auszeichnung für eine Schule in Haslach erhalten.
Das Büro Fuchs.Wacker Architekten aus Stuttgart hat mit der behutsamen Sanierung einer alten Villa in Stuttgart überzeugt. Im Bereich Innenarchitektur war das Stuttgarter Büro 12:34 gleich zwei Mal unter den Gewinnern für die Gestaltung von Zahnarztpraxen. Nicht unbedingt ein Ort, den Menschen gemeinhin besonders gern besuchen, aber vielleicht kommen sie doch lieber wieder, wenn er gut gestaltet ist, so kann bewusste Gestaltung auch dem staatlichen Gesundheitssystem dienen.
Info
Preis
Die international renommierte Jury hat gewählt: „German Design Award 2024“-Auszeichnungen wurden an 55 Nationen in 68 Kategorien vergeben, neben „Winner“ und „Special Mention“ insgesamt 65-mal die höchste Auszeichnung „Gold“ für die Disziplinen „Excellent Product Design“, „Excellent Communications Design“ und „Excellent Architecture“. Ausgelobt wird der Preis vom 1953 gegründeten Rat für Formgebung in Deutschland.
Feier
Alle Gewinnerinnen und Gewinner werden am 26. Januar 2024 in Frankfurt am Main geehrt. Die Stiftung Rat für Formgebung fördert seit 2012 deutsche Designtalente mit dem „German Design Award Newcomer“ in einer eigenen Kategorie. Bei der Feier im Januar wird bekannt gegeben, wer diese Auszeichnung gewinnt.