Preisträgerkonzert in der Musikschule „Jugend musiziert“ – auch in Coronazeiten
Das diesjährige Preisträgerkonzert fand, wie aus den Vorjahren gewohnt, in der Böblinger Musikschule statt und wurde online übertragen.
Das diesjährige Preisträgerkonzert fand, wie aus den Vorjahren gewohnt, in der Böblinger Musikschule statt und wurde online übertragen.
Trotz erschwerten Bedingungen wird an den Musikschulen im Kreis unvermindert geübt, gespielt – und auf jeden Fall auf den großen Wettbewerb „Jugend musiziert“ hingefiebert. Zumindest gilt das für die zahlreichen Schülerinnen und Schüler der Musikschule Böblingen, die dabei waren – 25 Musikerinnen und Musiker vertraten diese im Landkreis Böblingen.
Die Kinder leisten viel, um sich für diesen Wettbewerb zu rüsten. Aber auch die Lehrerinnen und Lehrer müssen sich außerordentlich engagieren, um ihre Schützlinge zu rüsten – dies wurde in großem Lob aller Beteiligen beim Preisträgerkonzert am Sonntag deutlich. Veranstaltungsort war der große Saal der Musikschule Böblingen. Auf Grund der geltenden Corona-Einschränkungen wurde das Konzert über den Youtube-Kanal der Musikschule auch online gestreamt. Immer noch fanden die Vorbereitungen auf den 59. Wettbewerb „Jugend musiziert“ unter erschwerten Bedingungen statt. Umso mehr freuten sich die ganze Musikerszene im Landkreis, dass so viele Schüler, wie auch 15 Lehrkräfte diese Herausforderung stemmten.
Pünktlich um 11 Uhr konnten sich Interessierte via Youtube den Beiträgen zuschalten. Im Schnitt lauschten rund 28 Zuschauer am Bildschirm, die aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht live dabei sein konnten. Darunter der Leiter der Musikschule Rainer Kropf, der am Telefon jedoch versicherte, dass es ihm gut gehe. Selbstredend in diesen Zeiten: bis auf die Bläser traten alle Vortragenden mit Masken in Erscheinung, was dem ein oder anderen Musiker immer noch befremdlich erscheinen mag.
Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz eröffnete den bunten Musikreigen mit einer Ansprache, die neben der Freude des musikalischen Zusammenkommens auch auf die schwierige weltpolitische Situation hinwies: „Wir sind von einer Krise geradewegs in die nächste geraten. Gerade mal 1200 Kilometer von hier tobt der Krieg und 600 Menschen auf der Flucht sind bereits in Böblingen angekommen. Unterstützen Sie wo es geht!“, lautete sein Aufruf und er verwies dabei auf die Website des Landkreises.
Danach sprach er bereits die Anerkennung für die jungen Talente aus, die ihrerseits einen Beitrag zum Miteinander lieferten. Zum musikalischen Auftakt zitierte er Aristoteles mit dessen Worten: „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten!“
Insgesamt neun Vorträge standen an. Julia und Sophia Falke an Querflöte und Klavier durften mit einer Sonatine von Járdány den Reigen eröffnen, gefolgt von den beiden Gitarristen Alexander Rupf und Johannes Uhl, die mit einer Komposition von Celso Machado noch ein bisschen in der neueren Musik verweilten. Selbstverständlich wurden an diesem Vormittag auch Barock und Klassik nicht ausgelassen, wenngleich die spannendsten Darbietungen in die Neuzeit reichten. Garland Andersons Sonata I. Allegro mit Altsaxofonistin Tabea Ott und Pianistin Emily Yue setzte diesbezüglich genauso ein Ausrufezeichen, wie die junge Popsängerin Wiktoria Baj.
Nach der Preisverleihung durch Oberbürgermeister Belz und dem stellvertretenden Musikschulleiter Andreas Hamann durfte abschließend staunend bewundert werden, was man mit 37 Metallplatten und vier Schlägeln anstellen kann. Der 15-jährige Magnus Kleiner zelebrierte „Iff“ für Vibrafon solo von Axel Fries mit beeindruckender Musikalität und Technik.
Nun dürfen sich die jungen Musikerinnen und Musiker auf die nächste Hürde, den Landeswettbewerb freuen. Dieser wird Ende März, Anfang April dann in Renningen und Pforzheim ausgetragen – es könnten ein paar heiße Kandidatinnen und Kandidaten für ein Weiterkommen dabei sein.