Premiere am 23. April Böblinger Kunstschule zeigt Jugendstück zum Thema Pubertät

In der Pubertät spielen die Hormone verrückt. Da bekommt sogar eine Vegetarierin Appetit auf ein riesiges Hähnchen. Foto: Eibner/Drofitsch

Der Theaterjugendclub der DAT-Kunstschule hat ein Stück über die wilde Lebensphase entwickelt. „Der Panther und die Pubertät“ hat am 23. April im Städtischen Feierraum Premiere.

Die Pubertät ist eine turbulente Zeit. Die Hormone spielen verrückt, und die Teens sind auf Identitätssuche. Ein Ensemble der Böblinger DAT-Kunstschule hat sich ein Stück über diese turbulenten Lebensjahre ausgedacht und selbst erarbeitet. Es heißt „Der Panther und die Pubertät“. Erstaufführung ist am Wochenende nach den Osterferien.

 

Zwischen 14 und 18 Jahren sind die Schauspieler des Theaterjugendclubs der DAT-Kunstschule alt. Sie können deshalb das Ringen mit der Pubertät gut nachempfinden. „Das Stück bringt es recht gut auf den Punkt“, meint einer der jungen Akteure. In den Rollen von Internatsschülern lümmeln sie sich bei der Probe in den Bänken auf der Bühne und zeigen jede Menge tierisches Verhalten. Eine tiefenentspannte Schülerin ruht wie ein Faultier auf einer Bank, die Jugendgang von Bo brüstet sich wie eine Horde Gorillas und zieht Mitschüler ab, und die Hauptperson Mathilda (Lea Neubert) entwickelt plötzlich tierische Fleischgelüste.

Probenarbeit hat mit Improvisationen begonnen

Selbst die Lehrerin ist von den Tierverwandlungen nicht ausgenommen und gebärdet sich wie ein langbeiniger Vogel. „Ich habe an einen Emu oder einen Kranich gedacht“, berichtet Heidi Sippl-Held, die sonst im DAT-Ensemble spielt. Auch alle jugendlichen Ensemblemitglieder durften sich zu Probenbeginn ein Tier aussuchen, mit dem sie sich identifizieren können. Auf diese Weise setzen sie das in den beiden Vorjahren ausgerufene Jahresmotto der DAT-Schule „Das Tier in mir“ treffend in Szene.

Mit dem jeweiligen Motto beschäftigt sich fächerübergreifend die gesamte Schule, deren Name sich von den drei Fachbereichen Tanz, Kunst und Theater (Dance, Art, Theater) ableitet. „Das ist sehr förderlich für die Arbeit in den Gruppen, weil man etwas hat, worauf man sich beziehen kann“, meint der Theaterpädagoge Tobias Ballnus, der Regie führt. Die Probenarbeit begonnen hat die Gruppe mit Improvisation, die auch Eingang in das Stück gefunden haben.

Altersbedingt waren einige Ensemblemitglieder ausgeschieden

Ursprünglich war „Der Panther und die Pubertät“ als Beitrag einer zweiteiligen Reihe namens „Das Tier in mir“ geplant, aber aufgrund der Pandemie legte die Gruppe das Stück erst einmal aufs Eis. Im Oktober 2021 hatte dann immerhin der erste, thematisch unabhängige Teil der Reihe Premiere. Es war eine von der Ju1-Gruppe der Kunstschule entwickelte Produktion. „Selbstbestimmt!“ nannte sich dieses Stück. 2021/22 befassten sich die Schauspieler erneut mit dem Panther-Stück. Da einige der Gruppe schon entwachsen waren und sie verlassen hatten, besetzten sie die Rollen um oder auch neu. Kein Problem für die Spieler: „Mir ist es leicht gefallen“, sagt Helen Forstner, die das Faultier gibt.

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Weite Strecken haben die jungen Schauspieler in Online-Leseproben erarbeitet. Erst seit dem Sommer 2021 proben sie wieder im Städtischen Feierraum. Heute sind Rucksäcke als neue Kostümbestandteile dabei, und nun müssen die Akteure natürlich klären, wie sie mit den Rucksäcken verfahren und welche Wege für die Schauspieler frei bleiben müssen.

Um was es in der Schulstunde geht, welche die jungen Akteure heute proben? Natürlich passend zum Stück um Darwins Evolutionstheorie und sein Werk „Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren“ von 1872, das seine Theorie untermauert. Die menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten haben alle tierische Wurzeln, wie die Lehrerin erklärt: „In jedem von euch steckt ein Tier.“ Doch die Schüler beschäftigt gerade jede Menge anderes: Das Äußere von Mitschülern, Verliebtsein, heimliche nächtliche Besuche. Oder zeigt sich etwa gerade darin tierisches Verhalten?

Es wird immer surrealer

Im Laufe des Stücks kommt immer mehr Surreales ins Spiel: So überfallen Mathilda starke Juckattacken. Außerdem futtert sie ein riesiges Hähnchen, obwohl sie doch immer eine entschiedene Vegetarierin war, und legt sich mit der Lehrerin an. „Die Rolle hat die stärkste Verwandlung“, meint Ballnus. Vom Mauerblümchen mutiert die Schülerin zur Rockerin im Leopardenanzug und singt Playback zum leidenschaftlichen Song „Bring Me to Life“ von Evanescence. Eine andere Schülerin verwandelt sich mehr und mehr in eine Eule. Sie hat auch im Stück eine Mentorenrolle inne und jede Menge Weisheiten für die pubertierende Mathilda parat: „Sei Du selbst. Mache Fehler. Du bist einzigartig. Lebe dein Leben.“ Wenn das mal immer so einfach wäre.

Das überspitzte, tierische Verhalten steht im Stück stellvertretend für die Entwicklungen, welche die Schüler durchmachen. Die Tierkostüme, die nach und nach zum Vorschein kommen, tragen die Schüler unter den Kleidern versteckt. Die Premiere von „Der Panther und die Pubertät“ ist am 23. April um 19 Uhr. Weitere Aufführungen des Stücks sind am 29. und 30. April sowie am 5., 6. und 7. Mai. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, am 29. April und am 6. Mai erst um 20 Uhr.

Karten und weitere Infos unter Telefon 0 70 31/ 66 91 62 sowie unter www.kunstschule-boeblingen.de im Netz.

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