Premiere im BGV-Cup Handballer beenden Corona-Pause mit einem Testballon

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Vor dem Start in die Saison der Handball-Bundesliga gibt es in Baden-Württemberg die Generalprobe um den BGV-Cup. Damit wollen sich die Clubs sportlich und organisatorisch vorbereiten: Mit Fans.

Der TVB (re. mit Sascha Pfattheicher) und Frisch Auf sind beim BGV-Cup dabei. Foto: Baumann
Der TVB (re. mit Sascha Pfattheicher) und Frisch Auf sind beim BGV-Cup dabei. Foto: Baumann

Stuttgart - Wenn es im deutschen Handball um den Titel geht, ist es wie bei einem Kompass: die Nadel zeigt nach Norden. Vor dem Start zur nächsten Saison aber haben erst einmal die Mannschaften der Südschiene die Nase vorn. Denn sechs Erst- und Zweitligisten aus Baden-Württemberg starten am 30. August ein eigenes Vorbereitungsturnier um den BGV-Cup, benannt nach dem Hauptsponsor Badische Versicherung mit Sitz in Karlsruhe. Nach wochenlanger Vorbereitung stehen nun die Eckpfeiler für diesen Testlauf – durch den gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Denn nachdem in Corona-Zeiten die üblichen Sommerturniere komplett abgesagt wurden, geht es für die teilnehmenden Mannschaften zum einen um eine sinnvolle sportliche Vorbereitung, für die Offiziellen gleichzeitig aber auch um einen organisatorischen Testlauf, um mit Beginn der Bundesliga Anfang Oktober möglichst wieder mit Zuschauern spielen zu können.

Spiele mit bis zu 500 Zuschauern

Beim BGV-Cup liegt die Besuchergrenze bei den aktuell im Land zulässigen 500 Zuschauern. Gespielt wird in zwei Gruppen (Rhein-Neckar Löwen, TVB Stuttgart und SG BBM Bietigheim sowie Frisch Auf Göppingen, HBW Balingen-Weilstetten und HSG Konstanz), wobei es drei Vorrundenspieltage in Stuttgart (Scharrena), Balingen und Göppingen geben wird. Die beiden Ersten qualifizieren sich fürs Halbfinale (MHP-Arena Ludwigsburg), die zwei Gruppenletzten spielen noch den fünften Platz aus, so dass jede Mannschaft auf mindestens drei Partien kommt. Die beiden Teams, die das Finale in der Stuttgarter Porsche-Arena am 13. September bestreiten, sogar auf deren fünf. Das Endspiel wird live im SWR-Fernsehen übertragen, alle anderen Begegnungen im Stream des Senders, dessen Sportchef Harald Dietz sagt: „Livesport ist in Corona-Zeiten ein Luxusgut. Wir freuen uns auf diesen interessanten Piloten mit vielen regionalen Derbys.“ Ähnlich sieht es auch Jürgen Schweikardt als Trainer und Geschäftsführer des TVB Stuttgart: „Die Live-Berichterstattung ermöglicht es uns als Sportart nach knapp einem halben Jahr wieder, dass Handball Online und im TV zu sehen sein wird.“

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Unter dem Strich hoffen die beteiligten Vereine am Ende wirtschaftlich mit einer schwarzen Null aus dem Turnier zu kommen, schließlich gibt es Produktionskosten und auch Aufwendungen für die Hallenstandards in Corona-Zeiten. „Aber wir haben die Gelegenheit, die Hygienekonzepte bestmöglich zu testen“, sieht Schweikardt die Vorteile. Überhaupt erfährt das Turniers allseits eine positive Resonanz. So sagt Göppingens Trainer Hartmut Mayerhofffer. „Das ist wirklich eine sehr gute Idee, wir stünden sonst ja möglicherweise ohne Testspiele da.“ Und da es sich durchweg um renommierte Gegner handelt, „ist das für unsere Vorbereitung sehr wichtig“. Mayerhoffer betont dabei auch, dass die Initiative dafür von den Vereinen ausgegangen ist, was unterstreicht, dass sich die Clubs in der Handball-Hochburg Baden-Württemberg durchaus Gedanken um die Zukunft ihrer Sportart gemacht haben.

Bietigheim startet später

Das gilt auch für die beiden teilnehmenden Zweitligisten, wie die SG BBM Bietigheim, die sich zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs im März ja sogar noch Hoffnungen auf eine sportliche Bundesliga-Rückkehr machen konnte. Daraus wurde bekanntlich nichts. Doch Trainer Hannes Jon Jonsson, der mit seinem Team an diesem Montag ins Mannschaftstraining einsteigt, ist ebenfalls voll des Lobes. „Hut ab, dass die Vereine das hinbekommen haben“, sagt der Isländer und ist bei der Premiere schon vorab überzeugt, dass die Spiele „mehr bringen als irgendwelche Vorbereitungsturniere“, die oft nur über eine verkürzte Spielzeit gehen. „Es ist eine echte Generalprobe.“ Auch wenn seine Mannschaft zum Saisonstart der zweiten Liga wegen der 19 Mannschaften erst einmal spielfrei hat – los geht es dann eine Woche später am 10. Oktober gegen Bayer Dormagen.

Der Spielplan

Gruppe A: Rhein-Neckar Löwen, TVB Stuttgart, SG BBM Bietgheim

Gruppe B: Frisch Auf Göppingen, HBW Balingen, HSG Konstanz

1. Spieltag, 30. August in Stuttgart/Scharrena

15:00 HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten

17:30 TVB Stuttgart – Rhein-Neckar Löwen

2. Spieltag, 4. September in Balingen

17:30 SG BBM Bietigheim – TVB Stuttgart

20:00 HBW Balingen-Weilstetten – FA Göppingen

3. Spieltag, 6. September in Göppingen

15:00 Rhein-Neckar Löwen – SG BBM Bietigheim

17:30 FA Göppingen – HSG Konstanz

Halbfinaltag, 11. September in Ludwigsburg/MHP-Arena

15:00 Spiel um Platz 5

17:30 1. Gruppe A – 2. Gruppe B

20:00 2. Gruppe A – 1. Gruppe B

Finaltag, 13. September in Stuttgart/Porsche-Arena

13:15 Finale (live im SWR Fernsehen)

16:00 Spiel um Platz drei

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