Premiere im Schauspiel Stuttgart Kafkas „Amerika" als Reise ins Herz der Finsternis

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Nicht weniger als zehn Romane werden in der aktuellen Spielzeit im Schauspiel Stuttgart inszeniert. Die vorletzte Romanadaption, Kafkas „Amerika“, feierte an diesem Freitag Premiere. Eine Nachtkritik.

Ferdinand Lehmann (links) als  Karl Roßmann, im Hintergrund Moritz Grove als Oberkellner, Andreas Leupold als Robinson sowie Manja Kuhl als  Klara Foto: JU
Ferdinand Lehmann (links) als Karl Roßmann, im Hintergrund Moritz Grove als Oberkellner, Andreas Leupold als Robinson sowie Manja Kuhl als Klara Foto: JU

Stuttgart - Wieder ein Roman! Von den zehn, die in dieser Saison auf die Stuttgarter Bühne kommen, ist es der vorletzte: Kafka erzählt in „Amerika“ vom sechzehnjährigen Karl Roßmann aus Prag, der von seinen Eltern strafversetzt wird in die Neue Welt.

In der Inszenierung von Lilja Rupprecht ist es eine pervertierte Show-Welt, hinter deren Lamettavorhängen eine Reise ins Herz der Finsternis beginnt. Gutwillig wie ein heiliger, nach Gerechtigkeit dürstender Tor zieht es den von Ferdinand Lehmann gespielten Karl immer tiefer in den amerikanischen Albtraum. Doch trotz magischer Bilder fehlt dem Abend die Dringlichkeit, die Kafka hat - eine weitere, nur halb gelungene Romanadaption im Stuttgarter Schauspielhaus.