Premiere im Theaterhaus Eric Gauthier sagt, was in „Contemporary Dance 2.0“ steckt
Gauthier Dance übernimmt ein Stück von Hofesh Shechter für junge Tänzer. „Es powert 60 Minuten lang durch“, sagt Eric Gauthier über „Contemporary Dance 2.0“.
Gauthier Dance übernimmt ein Stück von Hofesh Shechter für junge Tänzer. „Es powert 60 Minuten lang durch“, sagt Eric Gauthier über „Contemporary Dance 2.0“.
Als Teil eines Ballettabends choreografierte Hofesh Shechter „Contemporary Dance 2.0“ für die Tanzkompanie der Oper Göteborg. 2022 weitete er seinen Blick auf den zeitgenössischen Tanz zum abendfüllenden Stück für die eigene Juniorkompanie aus. Gauthier Dance übernimmt den Abendfüller, Premiere ist am 16. Juni im Theaterhaus, und will mit ihm auf neue Bühnen.
Herr Gauthier, Sie fügen der Zusammenarbeit mit Hofesh Shechter ein neues Kapitel hinzu. Wieso fiel die Wahl auf „Contemporary Dance 2.0“?
Dieses Stück umfasst das ganze Spektrum des zeitgenössischen Tanzes, es gibt Hip-Hop-Motive, Clubbing-Elemente, jede Menge junge Bewegungen also. Weil es eine kleine Produktion für nur acht Tänzerinnen und Tänzer ist, haben wir mit ihr mehr Spielraum. Auf Tourneen können wir „Contemporary Dance 2.0“ auf kleineren Bühnen spielen, das öffnet uns neue Häuser, die sich eine größere Produktion nicht leisten können. Damit können wir ein anderes, jüngeres Publikum erreichen. Als Kompaniechef sehe ich auch darin meine Aufgabe.
Gibt es auch in Stuttgart Vorstellungen für ein junges Publikum?
Ja, im Juli gibt es eine Schulmatinee. „Contemporary Dance 2.0“ ist laut und dunkel, diese Stimmung spricht junge Menschen hoffentlich an. Sicher gefallen wird ihnen der Energieschub von Hofesh Shechters Stück, es powert 60 Minuten ohne Pause durch. Mein Team, das viel gewohnt ist, sagt: Das ist das Härteste, was wir je getanzt haben. Es ist also gut, dass pro Vorstellung nur die Hälfte von ihnen gefordert ist, sonst hätten wir nicht so viele Auftritte in Folge planen können.
Setzen Sie weiterhin auf Hofesh Shechter als Artist in Residence?
Auf alle Fälle, er ist mit seinen Beiträgen für „Swan Lakes“ und „Seven Sins“ auf den Tourneen sehr präsent. Und „Return“, sein Filmbeitrag für unser 15-Jahr-Jubiläum, wurde im März beim World Film Festival in Cannes, das jeden Monat Preise verleiht, als Bester Tanzfilm ausgezeichnet. Damit ist „Return“ im Rennen für den Jahrespreis in dieser Kategorie.
Aber Marco Goecke, Ihr zweiter Artist in Residence, ist raus bei Gauthier Dance?
Er war eigentlich in der nächsten Spielzeit so ausgebucht, dass wir den Vertrag ruhen lassen wollten. Ein Artist in Residence muss, finde ich, mit neuen Stücken präsent sein. Diese Entscheidung fiel lange vor der Hundekot-Sache. Was die Zukunft bringt? Wir werden sehen...
Warum verzichtet Gauthier Dance auf die im Theaterhaus-Anbau geplante Bühne? Hätte sie nicht den Spielbetrieb entlasten sollen ?
Für mich geht das absolut in Ordnung, seit den ersten Überlegungen vor 10 Jahren hat sich viel verändert. Gauthier Dance ist ganz anders aufgestellt; wir brauchen die Kapazität von 1000 Plätzen! Die T1, seit 15 Jahren Heimat für Gauthier Dance, wird nun mit viel geringeren Kosten von Grund auf saniert. Damit kann die öffentliche Hand viel Geld sparen und nachhaltiger ist es auch. Das ist doch toll!
Sie spielen „Contemporary Dance 2.0“ in der kleineren Halle. Ist das schon eine Antwort auf die neue Situation?
Das hat damit nichts zu tun. Dieses Power-Stück lebt von der räumlichen Nähe zum Publikum und der Intensität, die der Tanz erzeugt. Dass die T2 weniger Plätze hat, gleichen wir locker aus: Bis Juli haben wir 17 Vorstellungen angesetzt.
Termine
Premiere an diesem Freitag, 20 Uhr, im Theaterhaus. Weitere Vorstellungen bis zum 8. Juli. Getanzt wird „Contemporary Dance 2.0“ im kleineren Saal T2.