Premiere von "The social Network" Skrupellos und arrogant

Mark Zuckerberg ist erst 26. Der Film The social Network erzählt seinen Aufstieg zum jüngsten Milliardär in der Geschichte. Foto: dpa
Mark Zuckerberg ist erst 26. Der Film "The social Network" erzählt seinen Aufstieg zum jüngsten Milliardär in der Geschichte. Foto: dpa

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kommt im neuen David Fincher Film "The social Network" nicht gut weg und fehlte auf der Premiere.

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Stuttgart - In New York hat sich am Wochenende alles um Facebook » gedreht. Die Premiere von "The social Network", des sehnlichst erwarteten Films über die Internetplattform war das gesellschaftliche Ereignis. Auf dem roten Teppich am Lincoln Center tummelte sich alles, was in der Promiwelt Rang und Namen hat - von Kevin Spacey bis Justin Timberlake. Nur einer war auffallend abwesend, der nämlich, um den der Wirbel geht: Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hielt weiterhin seine Linie durch, sich von dem Film über seinen Aufstieg zum jüngsten Milliardär in der Geschichte zu distanzieren.

"Der Film als Film macht Spaß", hatte er Tage zuvor der Fernsehbeichttante Oprah Winfrey gesagt. "Aber mein Leben war nicht so dramatisch." Zuckerberg hatte sich von Anfang an geweigert, mit den Machern des Films, dem Regisseur David Fincher und dem Drehbuchschreiber Aaron Sorkin, zu kooperieren. Nicht einmal Werbung auf Facebook durfte der Filmverleih schalten - und ging zur Konkurrenz Twitter. Der Grund dafür ist leicht zu erahnen, denn Mark Zuckerberg kommt in "The social Network" nicht gerade gut weg.

Eine shakespearehafte Tragödie


"Der Film erzählt den großen amerikanischen Mythos des Selfmade-Arschlochs", schrieb die Lifestyle-Bibel "Vanity Fair". Fincher hat aus dem Stoff eine shakespearehafte Tragödie über Verrat, Ehrgeiz, Liebe und Gier gemacht. Der Film lässt zumindest die Frage im Raum stehen, ob Zuckerberg die Idee zu Facebook geklaut hat, und stellt ihn als skrupellos und arrogant dar. Schlimmer noch: die implizite These ist, dass Zuckerberg Facebook nur erfunden habe, weil er im wirklichen Leben ein Soziopath sei.

Das kann Zuckerberg nicht gefallen. Den Erfolg des Streifens wird er aber wohl nicht stoppen können. "Es ist der Film, der die i-Generation definiert", schreibt "Vanity Fair", ein Film über den neuen Typus Unternehmerheld, den Zuckerberg verkörpere, und gleichzeitig eine Moralfabel über den Preis des Ruhmes. Zuckerberg sei darin zwar ein Arschloch, aber zumindest ein interessantes. Ein schwacher Trost für Zuckerberg. In Deutschland startet "The social Network" am 7. Oktober.




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