Stuttgart, Heimat vieler Weltmeister der Magie, unterstreicht seine Stärke als Zauberstadt: „A Kind of Magic“ begeistert Promis und Influencer. Eindrücke von der Premierenparty.
Dass Magie in Stuttgart zuhause ist, zeigt sich seit Wochen beim Vorverkauf: Der läuft für „A Kind of Magic“ so überdurchschnittlich gut, dass Timo Steinhauer, der Direktor des Friedrichsbau Varietés, die reine Zauber-Show mit dem Titel des Queen-Hits und mit dem Hauptdarsteller Luke Dimon, der gerade noch rechtzeitig aus Dubai herausgekommen ist, gleich für drei Monate eingeplant hat.
Ein Grund dafür könnte auch ein neues Angebot sein: das sogenannte U-27-Ticket für jeweils 23 Euro. Es richtet sich nicht nur an Studierende, wie dies bisher üblich war, sondern an alle jungen Menschen unter 27 Jahren– egal ob sie studieren, eine Ausbildung machen oder bereits im Berufsleben stehen. Das Ziel ist klar: neue Besuchergruppen für das Varieté zu begeistern.
Junges Publikum entdeckt das Stuttgarter Friedrichsbau-Varieté
Die Resonanz zeigt, dass diese Idee aufgeht und ein jüngeres Publikum das Varieté auf dem Pragsattel ansteuert. In der neuen Show will the Next Generation traditionelle Tricks wie die zersägte Jungfrau auf moderne, ja wilde Weise interpretieren und Grenzen der Zauberei neu setzen. Bei der Premiere herrscht ein großes Hallo.
Viele Gäste begrüßen sich mit offenen Armen und herzhaften Umarmungen, was an ein Familientreffen erinnert. Man kennt sich. Stuttgarts Party-People, Influencer, bekannte Gesichter aus Kultur, Wirtschaft, Gastronomie und Kommunalpolitik sind reichlich vertreten.
„Kann Strotmann die AfD einfach wegzaubern?“
Kabarettist Christoph Sonntag ist ein „großer Fan der Zauberei“, wie er sagt. In seiner TV-Sendung „Bruder Christopherus“ sei es dem Magier Thorsten Strotmann gelungen, FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke auf die Bühne zu holen und ihn damit „einfach wegzuzaubern“.
Nachdem Rülke mit seinen Liberalen bei der Wahl vor wenigen Tagen tatsächlich aus dem Landtag geflogen ist, wird Sonntag im Friedrichsbau gefragt, ob Strotmann den Trick nicht mit der AfD wiederholen könne. Der Kabarettist habe durchaus nachgedacht, die Sache „großflächiger anzugehen“, sagt er. Der Nachteil wäre aber dann, dass er die AfD, Donald Trump, Erdoğan und Orbán im nächsten Jahr zu seiner Sendung einladen müsste: „Ich muss noch überlegen, wie weit ich gehe.“
Der Stuttgarter Magie-Weltmeister Topas trat bereits in Las Vegas auf
Unter den Premieren-Gäste ist der Stuttgarter Magie-Weltmeister Topas alias Thomas Fröschle. Er gehört zu den wenigen Zauberkünstlern weltweit, die es geschafft haben, in der US-Fernsehshow „Fool Us“ die legendären Illusionisten Penn Jillette und Teller mit einem Trick vollständig zu täuschen. Mit seiner Nummer „Backstage Pass“ sorgte er dort für Staunen – entsprechend genau schaut er bei der Premiere in Stuttgart hin. Im Friedrichsbau seien „sensationelle Nummern“ zu sehen, sagt Topas anerkennend. Wie die Tricks funktionieren, ist kein Thema unter Fans. Am schönsten sei es halt immer noch, wenn man nicht ahne, wie das alles geht.
Dennis Shipley gilt als „Kronprinz“ des Dehoga-Verbands Stuttgart
Begeistert ist auch Dennis Shipley, Wirt des Fernsehturms und der Alten Kanzlei, der am 23. März als Vorsitzender des Dehoga Stuttgart kandidiert und bisher keinen Gegenkandidaten hat. Der „Kronprinz“ des Gastronomenverbands lobt die Show: „Das ist ein perfekter Mix aus Artistik, Illusion und guter Unterhaltung – wirklich beeindruckend.“
„Unglaublich unterhaltsam und voller Überraschungen“
Die Stuttgarter DJane Alegra Cole findet die Show „unglaublich unterhaltsam und voller Überraschungen“. Aus Hamburg ist Stephan Jaekel, der Unternehmenssprecher der Stage Entertainment angereist. „Das war Zauberei und Varieté auf hohem Niveau“, lobt er die Show, „ich habe in den Gesichtern der Gäste ganz ähnliche Begeisterung gesehen wie in unseren Musicals.“ Live Entertainment gehe nun mal „direkt ins Herz“. Maximilian Mann, der Künstlerische Leiter des Disney-Musicals „Die Eiskönigin“ in Möhringen, lobt vor allem „die unmittelbare Nähe zum Publikum“. Faszinierend sei es, „mit welcher scheinbaren Leichtigkeit die Fingerfertigkeiten der Zauberkünstler Dinge auftauchen und verschwinden lassen“. Dies sei „echtes Handwerk“.
„Überraschend gut“: Magie-Show beschert Gänsehaut-Momente
Sänger Damiano Maiolini sagt, er sei eigentlich kein Magie-Fan, fand die Show aber „überraschend gut“. Etliche Nummern seien sehr persönlich und hätten ihm „voll die Gänsehaut beschert“. Vor allem Winston Fuenmayor aus Venezuela sei der Hammer, der an diesem Abend zum Publikumsliebling wird. Bei ihm fließen Karten aus allen Poren wie bei anderen der Schweiß. Dami lobt, das sei „Weltklasse“. Die Botschaft des Abends hat ihn berührt: Der Mensch komme nackt auf die Welt und verlasse sie nackt – man sollte alles dafür tun, dazwischen sein Leben so gut wie möglich zu leben.
Bei der Premierenparty herrscht pure Lebenslust. „Man sollte immer optimistisch und lebensbejahend bleiben“, sagt der 88-jährige Matthias Kleinert, einst Staatssekretär und „Außenminister“ von Daimler, „auch wenn es hart kommt.“ Damit überzeugt ein älterer Herr die jungen Partygäste. Kann man die Magie des Lebens schon besser rühmen?