Premiumwanderwege im Kreis Esslingen Sich zu verlaufen, ist nahezu unmöglich

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Die Mittlere Alb, der Albtrauf und das Biosphärengebiet sollen zu einer Topadresse auf dem hart umkämpften Wandermarkt werden. Das Projekt „Hochgehberge“ plant dafür 21 zertifizierte Premiumtouren. Acht sind schon ausgeschildert, drei davon im Landkreis Esslingen.

Der  Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) hat  den Premiumwanderweg am  Hohenneuffen erkundet. Foto: Michael Steinert
Der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) hat den Premiumwanderweg am Hohenneuffen erkundet. Foto: Michael Steinert

Kreis Esslingen - Wandern boomt – nicht nur in den Alpen, sondern auch an und auf der Schwäbischen Alb. Diesem Trend will das Label „Hochgehberge“ gerecht werden, das die Mittlere Alb, den Albtrauf und das Biosphärengebiet zu einer Topadresse auf dem hart umkämpften Wandermarkt machen soll. Insgesamt sollen in den Landkreisen Esslingen und Reutlingen 21 Premiumwanderwege mit einer Gesamtlänge von 170 Kilometern etabliert werden. Acht davon – drei im Landkreis Esslingen – sind bereits zertifiziert und ausgeschildert. Laut Stefanie Bläsing, die das Projekt für das Landratsamt Esslingen betreut, kommen voraussichtlich weitere acht Anfang des nächsten Monats hinzu. Sie müssten nur noch vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert werden. Aber wie die bisher ausgezeichneten Wanderwege erfüllten auch sie die Kriterien eines Premiumwanderweges.

Wenn der Ministerpräsident persönlich hochgeht

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich im Mai eigens von der Qualität der „Hochgehberge“ überzeugt. Er nahm anlässlich der Einweihung die Tour um und auf den Hohenneuffen unter die Wanderstiefel. Und er stellte fest, dass die Premiumwanderwege nicht nur wichtig für die touristische Infrastruktur des Landes, sondern durchaus auch auf Augenhöhe mit Touren in anderen Erholungsgebieten des Landes sind. „Die Alb kann jederzeit mit dem Schwarzwald konkurrieren“, lautete das Fazit des leidenschaftlichen Wandergesellen Winfried Kretschmann nach der teilweisen Begehung der Tour „hochgehkeltert“. Mit solchen Wortspielen gehen die Organisatoren auf Besonderheiten der jeweiligen Umgebung ein, in diesem Fall auf den Weinbau rund um Neuffen. Die beiden anderen in Beuren startenden Wanderungen wurden mit „hochgehnießen“ und „hochgehfestigt“ betitelt.

Die in der freien Natur ausgeschilderten Wege zu verfehlen, ist schwer. Das Konzept setzt darauf, die Touren albweit einheitlich so zu beschildern und zu markieren, dass eine Orientierung im Gelände auch ohne Karte leicht möglich ist. Schließlich soll beim Wandern kein Stress aufkommen, wie der „Hochgehberge“-Zusatzslogan „hoch gehen, um runter zu kommen“ den Naturliebhabern und Erholungssuchenden verheißt. Zudem können die Rundwanderwege in beide Richtungen begangen werden. Die Beschilderungen sind so angebracht, dass sowohl im als auch gegen den Uhrzeigersinn gewandert werden kann. Jeder Weg hat mindestens einen Startpunkt, bei längeren Touren gibt es zwei bis drei Einstiegsmöglichkeiten. Und jeweils am Start weisen Informationstafeln auf den Verlauf, das Höhenprofil und Wissenswertes hin.

Das Land fördert das Projekt

Freilich wurden die Verläufe der Wanderwege nicht neu erdacht. Vielmehr wurden sie auf der Basis des bereits existierenden Wegenetzes des Schwäbischen Albvereins entsprechend beschildert und einheitlich als Marke beworben. Umgesetzt wird das Projekt von den beiden Landkreisen Esslingen und Reutlingen, 18 Kommunen sowie von zwei Verkehrs- und Tourismusvereinen – dem Biosphärengebiet und der Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb. Sie haben sich in einem gemeinsamen Marketingpool zusammengefunden. Das Konzept ist auch vom Land Baden-Württemberg honoriert worden, es steuerte eine Förderung von 230 000 Euro zu den prognostizierten Gesamtkosten von rund 460 000 Euro bei.




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