Pressestimmen zum US-Open-Finale „Alexander Zverev hatte eine Hand am Pokal“

Von red 

Er hat auf dem Tennisplatz alles gegeben, nach dem Finale furioso der US Open weint Alexander Zverev dennoch. Und das schreiben die Zeitungen über das denkwürdige Duell mit Dominic Thiem.

Alexander Zverev wurde von seinen Gefühlen übermannt, als er sich bei seinen Eltern für die Unterstützung bedankt. Foto: AFP/AL BELLO
Alexander Zverev wurde von seinen Gefühlen übermannt, als er sich bei seinen Eltern für die Unterstützung bedankt. Foto: AFP/AL BELLO

New York/Stuttgart - Es war ein dramatisches Finale in einem von Aufregung geprägten Tennisturnier. Und nach der Fünfsatzniederlage gegen den Österreicher Dominic Thiem zeigte der ansonsten so kühle Alexander Zverev Emotionen. Der 23-jährige Deutsche weinte während der Siegerzeremonie der US Open. Zverev wollte sich bei seinen abwesenden Eltern für die großartige Unterstützung bedanken – und brachte kaum noch ein Wort heraus. Zuvor hatte er aus sportlicher Sicht Herausragendes geboten, wie die Pressestimmen belegen.

„Es war nun ein endlich ein hochklassiges Match, das im Tiebreak ein würdiges Ende fand – mit dem Finale furioso für den von Krämpfen geplagten Thiem“, schrieb die Süddeutsche Zeitung, nachdem Zverev bereits 2:0 nach Sätzen geführt hatte. Am Ende hieß es jedoch 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 (6:8). „Er hatte bereits eine Hand am Pokal gehalten, doch am Schluss dieser in vielerlei Hinsicht denkwürdigen US Open blieb nur Enttäuschung“, meinte die Welt nach dem Auf und Ab.

Wie sehen es die Österreicher?

Der Kurier in Wien sieht Thiem nun auf einer Stufe mit Thomas Muster, der sich zuvor als einziger Österreicher 1995 in Paris einen Grand-Slam-Titel gesichert hatte: „Erfolg und Misserfolg sind der Unterschied zwischen Traum und Realität. Bei Dominic Thiem liegt nichts mehr dazwischen, der Niederösterreicher erfüllte sich einen Lebenstraum.“

Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic – an die großen Drei, die in Flushing Meadows nicht dabei waren oder nicht mehr dabei waren, erinnerte der Guardian in England: „Die alte Garde konnte nur aus der Ferne aus ihren Hotelzimmern oder Anwesen zuschauen, als Thiem bei seinem vierten Anlauf ein Grand Slam Turnier gewann. Thiem, der 55. Sieger der Open Ära, ist der erste Newcomer auf dem Thron seit Marin Cilic 2014 den Zauber der großen Drei brach.“

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Die New York Times feierte Thiems „wildes Comeback“ und sieht in dem 27-Jährigen ebenso wie in Zverev einen Spieler, der künftig das Geschehen bei den wichtigsten Turnieren der Welt bestimmen kann. „Am Ende waren beide von Krämpfen geschüttelt. Und auch wenn die Nadal, Federer und Djokovic nicht auf der anderen Seite des Netzes standen, so erhält Thiem den Siegerscheck über die vollen drei Millionen Dollar.“

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