Pressestimmen zur Champions League „Die große Dortmunder Depression“

Von schu 

Leipzig verliert 1:3 in Porto, Dortmund spielt nur 1:1 gegen Nikosia – erneut haben deutsche Vereine in der Champions League bitter enttäuscht. Vor allem den BVB trifft nun die geballte Kritik.

Auch BVB-Trainer Peter Bosz kann beim 1:1 gegen Nikosia nicht mehr hinschauen. Foto: dpa
Auch BVB-Trainer Peter Bosz kann beim 1:1 gegen Nikosia nicht mehr hinschauen. Foto: dpa

Stuttgart - Auf 19,1 Millionen Euro wird der Marktwert des gesamten Kaders von Apoel Nikosia geschätzt – bei 438,9 Millionen liegt jener von Borussia Dortmund. Doch schießt Geld eben nicht immer Tore, wie sich in der Champions League am Mittwochabend schon zum zweiten Mal gezeigt hat: Nach dem 1:1 im Hinspiel musste sich der BVB auch im Rückspiel im eigenen Stadion mit einem 1:1 gegen die Fußballzwerge aus Zypern begnügen. Was für eine Blamage!

Die Krise der Dortmunder verschärft sich also – die Tonart in der Presse ebenso. „BVB nur noch Euro-Zwerg“, titelt die „Bild“-Zeitung und sieht auch angesichts der Ladehemmung von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang für das Spitzenspiel am Samstag gegen den FC Bayern schwarz: „Wenn er gegen Nikosia schon nicht trifft, wie soll das erst gegen die Bayern klappen?“

Die Trainerdiskussion beim BVB ist bereits eröffnet

„Alarmstimmung beim BVB“ vermeldet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) und fordert einen überzeugenden Auftritt gegen die Bayern – „sonst ist eine Trainerdiskussion unvermeidbar“. Allerdings hat die WAZ diese Diskussion sicherheitshalber schon jetzt eröffnet: „Das erneute 1:1 ist der Tiefpunkt einer Entwicklung, auf die Trainer Bosz keine Antwort zu bieten hat.“

Auch den traditionell BVB-nahen „Ruhr Nachrichten“ fällt es zunehmend schwer, Verständnis für die kargen Leistungen aufzubringen. Zwar verdiene die ordentliche erste Hälfte „eine differenzierte Analyse dieses erneuten Nackenschlags“. Jedoch: „Bei allem, was man zur Ehrenrettung anführen kann: Zwei Mal gegen einen Gegner vom Kaliber Apoels nicht gewonnen zu haben, das ist unterm Strich für einen Verein mit den Ansprüchen von Borussia Dortmund nicht akzeptabel. Und auch wenn Spieler und Verantwortliche mit Vehemenz das Wort ‚Krise’ meiden wie der Teufel das Weihwasser, so sprechen die nackten Zahlen und auch die gezeigten Leistungen doch eine eindeutige Sprache.“

RB Leipzig bezieht die dritte Niederlage in acht Tagen

Auch RB Leipzig erlebte einen bitteren Champions-League-Abend und verlor beim FC Porto mit 1:3. Es war nach den beiden Niederlagen gegen die Bayern die dritte Pleite in acht Tagen. Einen „derben Rückschlag im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale“ beklagt die „Leipziger Volkszeitung“; „Leipzig kriegt die Hüttl voll“, witzelt die „Bild“ in Anspielung auf RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Immerhin: Leipzig hat noch Chancen, in die K.o.-Runde der Champions League einzuziehen – für den BVB dürfte es nur noch darum gehen, Nikosia auf Distanz zu halten und als Gruppendritter im neuen Jahr wenigstens in der Europa League weiterspielen zu dürfen. Mehr als ein Trostpreis wäre es allerdings nicht – die „FAZ“ hat bereits die „große Dortmunder Depression“ ausgerufen.




Unsere Empfehlung für Sie