Pressestimmen zur Formel 1 „Vielleicht hat Vettel sieben Leben“

Von dpa/jüf 

Lange musste Sebastian Vettel in dieser Saison auf seinen ersten Triumph warten. Beim Großen Preis von Singapur entschied sich Ferrari für ihn statt für Charles Leclerc. Wir haben die internationalen Pressestimmen.

Sebastian Vettel (li.) ist in Singapur im Glück, Charles Leclerc applaudiert fair – doch innerlich kochte es in  dem Monegassen. Foto: AP/Lim Yong Teck
Sebastian Vettel (li.) ist in Singapur im Glück, Charles Leclerc applaudiert fair – doch innerlich kochte es in dem Monegassen. Foto: AP/Lim Yong Teck

Stuttgart - Zu dem überraschenden Formel-1-Sieg von Ferrari-Star Sebastian Vettel (32) beim Großen Preis von Singapur am Sonntag schreibt die internationale Presse:

Großbritannien

„The Guardian“: „Als Sebastian Vettel über die Ziellinie fuhr und den Großen Preis von Singapur gewann, erleuchteten Siegesfeuerwerke den Abendhimmel. Das Ritual auf den Straßen von Marina Bay endete mit einem Knall. Doch Vettels Sieg ging auf Kosten seines Teamkollegen Charles Leclerc. Zwar beherrschte sich der 21-Jährige am Ende, allerdings nur zähneknirschend und mit der Enttäuschung eines Fahrers, der fest daran glaubt, dass er seinen Teamkollegen und vierfachen Sieger geschlagen hatte – und noch hat.“

„The Sun“: „Der viermalige Weltmeister war in Frage gestellt worden. Er hatte zuletzt beim Großen Preis von Belgien 2018 gesiegt und in Kanada und Monza dieses Jahr unnötige Fehler gemacht. Aber jetzt drehte er die Zeit mit einer fehlerlosen Darbietung unter dem Scheinwerferlicht Singapurs zurück und bremste seinen frustrierten Teamkollegen aus, der auf den zweiten Platz kam.“

Spanien

„As“: „Vielleicht hat Vettel sieben Leben. Wahrscheinlich war er nie tot, oder, wie (Daniel) Ricciardo sagte, als er nach Singapur kam, vielleicht brauchte er nur ein Rennen, um sein Schicksal zu wenden. Auf seiner fetischisierten Rennstrecke wurde dem großen Vierfachweltmeister von Ferrari das Lächeln zurückgegeben. Es war ein unerbittlicher Triumph, der auf Strategie beruhte, aber auch auf soliden Überholmanövern.“

„La Vanguardia“: „Der erste Saisonsieg von Sebastian Vettel beim Großen Preis von Singapur wird nicht für seine Heldenhaftigkeit oder Ähnliches in die Geschichte eingehen. Der Deutsche übersprang die logische Reihenfolge auf der Rennstrecke, als Charles Leclerc einen Reifenwechsel machte.“

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Italien

„La Repubblica“: „Vom hässlichen Entlein zum Raumschiff in nur drei Wochen? Ist der Doppelsieg in Singapur, der dritte Sieg in Folge für die Roten, nach dem dramatischen Saisonstart ein Wunder? Nicht wirklich: Das diesjährige Ferrari-Team war eine langsame und unvollendete Konstruktion.“

Österreich

„Kurier“: „Sebastian Vettel ist in Singapur der Befreiungsschlag gelungen. Der seit über einem Jahr sieglos gewesene Deutsche führte am Sonntag beim Formel-1-Grand Prix von Singapur vor Charles Leclerc und Max Verstappen (Red Bull) einen Ferrari-Doppelsieg an. Vettel jubelte nach 392 Tagen über seinen ersten GP-Sieg seit Belgien 2018, hatte diesen aber auch Glück zu verdanken.“

Schweiz

„Blick“: „Singapur erstrahlt in Rot! Ferrari feiert beim heißen Nacht-GP am Äquator einen Doppelsieg. Sebastian Vettel gewinnt das längste Rennen der Formel-1-Saison vor Teamkollege Charles Leclerc – es ist sein fünfter Erfolg in der Sauna-Hölle. Zum ersten Mal feiert ein Team in Singapur einen Total-Triumph. Friede, Freude, Eierkuchen also bei den Ferraristi? Mitnichten! Pole-Mann Charles Leclerc fühlt sich von seinem Team hintergangen. Wieso? In der 19. Runde holt Ferrari zuerst Vettel an die Box, verabreicht ihm frische Reifen. Leclerc bleibt draußen. Nach seinem Pitstopp kurze Zeit später verliert er die Führung an Teamkollege Vettel – der Undercut ist geglückt.“