Prinz Friso nach Lawinenunglück auf der Intensivstation Die Königsfamilie ist in Sorge

Königin Beatrix (links) und ihre Schwiegertochter, Mabel, auf dem Weg in die Klinik in der derzeit Prinz Johan Friso behandelt wird. Foto: dpa
Königin Beatrix (links) und ihre Schwiegertochter, Mabel, auf dem Weg in die Klinik in der derzeit Prinz Johan Friso behandelt wird. Foto: dpa

Der niederländische Prinz Johan Friso wird nach seinem schweren Lawinenunfall weiterhin auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Innsbruck behandelt.

Korrespondenten: Helmut Hetzel (htz)
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Innsbruck - Der Zustand des niederländischen Prinzen Friso ist nach seinem Lawinenunfall vom Freitag unverändert kritisch. Er schwebe nach wie vor in Lebensgefahr, teilte das Königshaus in Den Haag mit. Eine Prognose könne „nicht eher als Ende dieser Woche“ abgegeben werden.

Der zweitälteste Sohn der niederländischen Königin Beatrix liegt nach wie vor im künstlichen Koma. Sein Zustand sei zwar stabil, aber immer noch lebensgefährlich. Mit seinem Erwachen werde frühestens am heutigen Montag gerechnet. Erst dann wird man unter Umständen einen ersten Eindruck bekommen, wie es um den 43-jährigen Johan Friso bestellt ist und wie er die 23 Minuten, die er unter der Lawine lag, überstanden hat.

Die wichtigste Frage lautet: Hat der Sauerstoffmangel sein Gehirn beschädigt? Denn angeblich hat die Wucht der Schneemassen am Körper von Prinz Friso keine Schäden hinterlassen. Das zumindest behauptet der Neurochirurg Kees Tulleken, der mit seinem Kollegen Claudius Thomé, der Prinz Friso in der Uniklinik in Innsbruck behandelt, gesprochen hat. Kees Tulleken bestätigte gegenüber dem niederländischen Radiosender BNR, dass Prinz Friso keine Schädelbasisfraktur erlitten habe.

Viele Medienvertreter warten vor dem Krankenhaus

Unterdessen harrt die königliche Familie in ihrem Winterferiendomizil Hotel Post in Lech aus. Dort bewohnen die Oranier einen eigenen Gebäudetrakt. Kronprinz Willem-Alexander (44), der ältere Bruder von Prinz Friso, bat die massenhaft anwesenden Medienvertreter darum, ihre Privatsphäre zu respektieren, und er bedankte sich bei den Österreichern und seinen Landsleuten für die große Anteilnahme, die seine Familie erhalte.

Die Königsfamilie kommt gerne nach Lech. Sie ist mit ihren dortigen Gastgebern, der Familie Moosbrugger, den Eigentümern des Hotels Post, eng befreundet. Die Freundschaft begann schon 1959 als der Vater von Königin Beatrix, Prinz Bernhard und seine Gattin, die damalige Königin Juliana, Erich Moosbrugger kennenlernten. Seitdem kommt die königliche Familie jedes Jahr zum Wintersport nach Lech. Sie logieren im Gasthof Post, der sich inzwischen von einem einfachen Landgasthof zum noblen Luxushotel gewandelt hat.

Drei Generationen der Oranier lernten hier das Skilaufen. Königin Beatrix und ihre Schwestern Margriet und Irene, die Kinder von Beatrix und Prinz Claus, Willem-Alexander, Friso und Constantijn, sowie die Kinder von Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima, Amalia, Alexia und Arianne sowie die Kinder von Friso und Constantijn.

Königin Beatrix fühlt sich mit Lech verbunden

Ihre Freundschaft zur Familie Moosbrugger bewies Königin Beatrix eindrucksvoll im Jahr 2000. Damals, als Österreich in der EU diplomatisch geächtet wurde, weil die FPÖ von Jörg Haider zusammen mit der ÖVP eine neue Regierung formte, war der politische Druck auf die Königin groß, nicht nach Lech zu reisen und sich dem Boykott Österreichs anzuschließen. Doch sie reiste demonstrativ nach Lech und begrüßte ihre Gastgeberin vor den TV-Kameras besonders herzlich. In den Niederlanden wurde Beatrix deswegen kritisiert.






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