Prinzessin Anne wird 70 Geschätzt, aber nicht geliebt

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Prinzessin Anne steht selten im Mittelpunkt – stattdessen gilt sie als eines der fleißigsten Mitglieder der königlichen Familie. Am Samstag wird die passionierte Reiterin 70 Jahre alt.

Gesundheit für Menschen in Stuttgart: Bettina Hartmann (ina)

Stuttgart - Wenn es nicht furzt oder Heu frisst, interessiert es sie nicht“, spotte Prinz Philip (90) mal augenzwinkernd über seine Tochter. Ganz so eingeschränkt in ihren Neigungen ist Prinzessin Anne, die am Samstag 70 Jahre alt wird, sicher nicht. Doch es stimmt schon: Pferde sind ihre große Leidenschaft. Bereits als kleines Kind lernte sie reiten. Mit vier hatte sie ihr erster eigenes Pony.

 

Erfolgreiche Reiterin

Später nahm sie mit großem Erfolg an Wettkämpfen teil. 1971 etwa gewann die am 15. August 1950 geborene Tochter von Königin Elizabeth II. (94) die Europameisterschaft im Military-Reiten, 1975 holte sie zweimal Silber. Was zeigt: Die Prinzessin ist ehrgeizig, scheitern keine Option. Und sie ist keine Prinzessin auf der Erbse, sondern hart im Nehmen. Als sie bei einem Turnier mal nach einem schweren Sturz mit einer Gehirnerschütterung zurück in den Sattel stieg, soll ihr Team gesagt haben: „Wir machen uns mehr Sorgen um das Pferd.“

Über ihre Liebe zum Reiten hat die Princess Royal, so ihr offizieller Titel, sogar ein Buch geschrieben. Und sie sagt: „Der Sport war für mich sicher ein Weg, zu zeigen, dass ich etwas Eigenes hatte.“ Inzwischen setzt sich Anne nur noch privat aufs Pferd. Oder bei Paraden, gern auch in Uniform. Denn sie ist Kapitän-General der britischen Marine und ist damit die erste Frau in der britischen Geschichte mit einem der höchsten Ränge im Militär. Zudem ist sie emsig, ja fast schon unermüdlich im Dienst der Krone unterwegs, ihr Einsatz vor allem für Kinderhilfsprojekte gilt als vorbildlich: Mehr als 500 offizielle Termine hat sie jedes Jahr – und gilt damit als die Fleißigste alles Royals.

Ihre Kleider trägt sie auf

Skandale? Abgesehen von der Scheidung von ihrem ersten Ehemann Mark Phillips im Jahr 1992, gibt es selten Negativschlagzeilen über die Prinzessin. Überhaupt hält sie sich fern von Glitzer und Glamour. Sie gilt als die bescheidenste aller Royals, fühlt sich in Outdoor-Jacke und Gummistiefeln am wohlsten und ist sparsam. Ständig neue Roben? Nein, nicht mit Anne. Ihre Kleider trägt sie über Jahre und immer wieder, einige bereits seit den 80ern – und sie passt noch immer rein.

Ihr Aussehen scheint Anne nun mal nicht sonderlich wichtig zu sein. Kürzlich gab sie in einer Dokumentation anlässlich ihres 70. Geburtstags zu, dass sie die erste Staffel der Netflix-Serie „The Crown“ gesehen hat, die sich samt fiktiven Einsprengseln mit der Geschichte der königlichen Familie seit der Hochzeit von Annes Eltern Elizabeth und Philip im Jahr 1947 befasst. Was sie dabei offenbar am meisten beschäftigte: Warum es nach Aussage der Schauspielerin Erin Doherty gute zwei Stunden dauert, bis ihre Hochsteckfrisur so sitzt wie bei Anne. „Lustig“, fand die Prinzessin. Denn sie selbst brauche für ihr Styling „maximal zehn Minuten“.

Mit ihrer patenten Art hat sich Anne allerdings nicht überall Freunde gemacht. Mitunter wirkt sie nicht nur burschikos, sondern kommt barsch rüber. Etwa wenn sie bei einem Termin nicht dutzendfach Hände schütteln will oder den Blumenstrauß nicht annehmen will, den ihr eine Frau aus der Menge reicht.

Harte Schale, weicher Kern

Immerhin, in so viele Fettnäpfchen wir ihr Vater, als dessen Liebling sie gilt, ist sie nie getreten. Ihr forsches Wesen rettete ihr einst wohl sogar das Leben. 1974 sollte sie entführt werden. Mit ihrem damaligen Mann war sie auf der Heimfahrt, als ihr Auto ausbremst und beschossen wurde. Der Angreifer riss die Wagentür auf und befahl der Prinzessin, auszusteigen. Darauf entgegnete Anne: „Not bloody likely!“ - „Verdammt unwahrscheinlich.“ Das gab einem Passanten die nötige Zeit, den Kriminellen zu überwältigen und die Polizei zu alarmieren.

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