Private Geldanlage Wie riskant sind Indexfonds? Augen auf beim ETF-Kauf
Das rasante Wachstum des ETF-Markts ist erfreulich. Allerdings sollten Anleger bei der Produktauswahl genau hinschauen, schreibt Finanzkorrespondent Hannes Breustedt
Das rasante Wachstum des ETF-Markts ist erfreulich. Allerdings sollten Anleger bei der Produktauswahl genau hinschauen, schreibt Finanzkorrespondent Hannes Breustedt
Der schier unaufhaltsame Siegeszug der Indexfonds ist zunächst einmal positiv: Die immer wieder durch Studien belegte Erkenntnis, dass selbst die cleversten Investmentfondsmanager den Gesamtmarkt auf Dauer kaum schlagen können, kommt endlich bei der Masse der Anleger an. Der Ansturm auf ETFs birgt auch Risiken – aber andere als häufig beschworen.
Laut Daten des Analysehauses LSEG Lipper verwalten Europas ETF-Anbieter inzwischen rund 1,56 Billionen Euro an Anlegergeldern. Wie üblich – abgesehen von wenigen Krisenjahren – stellte die Branche 2023 einen neuen Rekord auf. Weltweit stecken über 10 Billionen US-Dollar in Indexfonds. Mit dem Erfolg steigt theoretisch auch die Gefahr einer ETF-Blase, die Crash-Risiken bei Finanzkrisen erhöhen könnte. Jedoch machen Indexfonds trotz allem Wachstum bislang nur einen relativ geringen Teil des Finanzmarkts aus.
Warnungen vor ETFs kommen meist auch nicht von ungefähr. Die Kritiker sind häufig Vertreter der klassischen Fondsindustrie – etwa Manager aktiv verwalteter Aktienportfolios, die versuchen, mit einer geschickten Auswahl einzelner Aktien den Gesamtmarkt zu übertreffen. Das gelingt aber kaum jemandem über einen längeren Zeitraum. Kein Wunder also, dass ETFs bei diesem Teil der Finanzwelt nicht besonders beliebt sind.
Bedenklicher als die Warnungen interessierter Kreise vor ETF-Blasen ist der Wildwuchs am Markt. Mittlerweile gibt es diverse abseitige Produkte auf unterschiedlichste Themen und Sektoren, in Nordamerika sogar auf Bitcoin. Deshalb sollten Anleger genau hinschauen, welche ETFs sie kaufen, und nicht davon ausgehen, dass die Produktkategorie per se ohne Risiken daherkommt.