Pro und Kontra aus Ludwigsburg Kontra: Ein Luxusproblem

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Es gibt vermutlich keine Stadt in Baden-Württemberg, in der eine Landesgartenschau so überflüssig wäre wie in Ludwigsburg

Eine Gartenschau in Ludwigsburg? Grandiose Idee. So, als würde man vorschlagen, in New York doch mal eine Freiheitsstatue zu bauen. Oder in Paris einen Turm aus Stahl als Aussichtspunkt und Wahrzeichen. Ludwigsburg hat mit seinem Blühenden Barock am Schloss bereits eine große Dauergartenschau, die jährlich zigtausende von Besuchern in die Stadt lockt. Welchen Sinn hätte es, für teures Geld eine temporäre Konkurrenzveranstaltung direkt daneben anzubieten? Eine solche Blumenschau mit den Geld- und Touristenströmen, die sie bringt, haben andere Städte im Land viel nötiger.

Außerdem ist Ludwigsburg neben dem Blüba und dem Schloss auch noch mit einer sehr schönen Innenstadt gesegnet. Dass die Bundesstraße die beiden Areale trennt, ist gewiss nicht ideal, aber die Stadt lebt recht gut damit. Dennoch meinen die Ludwigsburger immer eigentlich diese Straße, genauer: deren Verlegung in einen Tunnel, wenn sie Gartenschau sagen.

Neidisch verweisen sie auf Schwäbisch Gmünd. Dort habe es ja auch geklappt: Straße unter die Erde, Gartenschaurabatten oben drauf, und alle sind glücklich. Doch der Vergleich mit Gmünd hinkt auf allen Beinen. Die Stadt litt unter einem ständigen Verkehrsinfarkt, in Ludwigsburg dagegen hegt man den Wunsch nach noch mehr Idyll – ein Luxusproblem. Drum, wenn die Stadt den Tunnel will, dann soll sie ihn bauen – aber auch bezahlen, und zwar mit eigenem Geld. Eine Landesgartenschau braucht es dazu nicht.

Im Übrigen wäre der anvisierte Tunnel ein schöner Fall für ein Bürgerbegehren. Vermutlich würden ihn die Ludwigsburger bei dieser Gelegenheit begraben­­ ­–­und die Landesgartenschau gleich mit.

Von Norbert Burkert

 

 




Unsere Empfehlung für Sie