Problem in Mönsheim Abwasserkanäle: Zwölf Kilometer sind defekt – was nun?

In Mönsheim müssen Arbeiter (Symbolbild) im Untergrund des Kanalnetzes werkeln. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Gemeinde Mönsheim muss für Kanalsanierungen Millionen von Euro ausgeben. Eine besondere Technik ermöglicht es zumindest, dass nicht überall aufgebuddelt werden muss.

Viel Geld wird Mönsheim im wahren Wortsinn verbuddeln. Denn das Kanalnetz der Gemeinde im Enzkreis weist stellenweise erhebliche Schäden auf. Im Zuge der sogenannten Eigenkontrollverordnung sind Kommunen verpflichtet, ihre Abwasserkanäle regelmäßig zu prüfen – und Schäden zu beheben, um das Grundwasser und die Böden zu schützen.

 

In den vergangenen Jahren wurde das Kanalnetz in Mönsheim, abgesehen vom Neubaugebiet Gödelmann, entsprechend mit Kameras untersucht. Das Ergebnis: Gut zwölf Kilometer sind sanierungsbedürftig. Das betrifft laut Bernhard Fortanier vom beauftragten Fachbüro Kirn 300 Haltungen – so heißen die Verbindungsstrecken des Kanals zwischen zwei Zugangsschächten. Aufgefallen sind diese 30 bis 50 Meter lange Rohre zwischen 350 Schächten.

Stadtrat: „Wir vergraben viel Geld, und man sieht nichts davon“

Um das Kanalnetz zu sanieren, muss es aber nicht umfangreich aufgegraben werden. Der Fachplaner berichtete im Gemeinderat, dass viele der undichten Abwasserleitungen mit speziellem Schlauch-Lining abgedichtet werden könnten. Dabei wird ein Schlauch in den defekten Kanal eingebracht, der darin aushärtet. Die Planer konzentrierten sich bei Sanierung mit einem Kostenvoranschlag von rund vier Millionen Euro nur auf die stärksten Schäden. „Wenn wir am Stück sanieren könnten, hätten wir bis 2031 ein akzeptables Kanalnetz“, erklärte Fortanier, dessen Büro vom Gemeinderat mit den konkreten Planungen und der Vorbereitung der Ausschreibung beauftragt wurde. „Wir vergraben viel Geld, und man sieht nichts davon“, sagte der UBLM-Gemeinderat Kevin Schenkel mit hörbarem Frust in der Stimme.

Ist die Kanalsanierung schon eine finanzielle Herausforderung für die 3000-Einwohner-Gemeinde, so gelte es an der Appenberg-Schule geradezu einen „Gordischen Knoten“ zu zerschlagen, wie der Ingenieur Fortanier ein Problem dort bezeichnete. Im Zuge von Planungen für eine Sanierung des Schulhofs wurden auch die Kanäle befahren mit dem Ergebnis, dass alle ausgetauscht werden müssen. Teilweise seien die Abwasserleitungen so stark beschädigt, dass eine Befahrung mit Kameras nicht möglich gewesen sei. An einem Schacht, der vier Meter tief in einer Böschung am Hang liegt, gebe es einen „massiven Schaden“, so der Fachplaner. An verschiedenen Ecken des Schulvorhofs seien Baumaßnahmen nötig. Doch überall, wo man angreife, sei es schwierig, beschrieb Fortanier die „desolate“ Situation. Der Gemeinderat beschloss jetzt, die Kanalsanierungen weiter planen und die Arbeiten ausschreiben zu lassen.

Auch beim Grenzbach stehen Sanierungen an

Wie viel Geld für ein anderes „unterirdisches“ Projekt nötig ist, steht noch nicht fest. Die streckenweise Verdolung des durch den Ort fließenden Grenzbachs, also dessen unterirdische Führung, ist an zwei Stellen so undicht, dass auch sie saniert werden muss, stellten die Planer bei einer Begehung fest. Doch insgesamt sei das mehr als 50 Jahre alte Bauwerk, das überwiegend auf kommunalen Flächen unter dem Gehweg verlaufe, betriebssicher – auch wenn es dort vereinzelt „Tropfsteine“ und Probleme mit Fremdwasser gebe. Die Fugen seien ebenfalls nahezu alle undicht. Für zwei dringend zu behebende Schadstellen sollen jetzt Angebote von Baufirmen eingeholt werden.

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