Probleme auf der Gäubahn Singen bleibt bis auf Weiteres Endstation

Von kew 

Die Gäubahn gilt als Stiefkind der Deutschen Bahn. Vollmundig angekündigte Angebotsverbesserungen müssen nun offenbar erneut verschoben werden.

Die Doppelstockzüge der Deutschen Bahn auf der Gäubahn sehen schick aus. Aber in die Schweiz dürfen sie nicht fahren. Foto: Deutsche Bahn AG/Benedikt Stahl
Die Doppelstockzüge der Deutschen Bahn auf der Gäubahn sehen schick aus. Aber in die Schweiz dürfen sie nicht fahren. Foto: Deutsche Bahn AG/Benedikt Stahl

Stuttgart - Die geplante Attraktivitätssteigerung auf der Gäubahn kommt nicht voran. So rechnet die Deutsche Bahn gegenwärtig nicht damit, dass sie den Stundentakt zwischen Stuttgart und Zürich, wie versprochen, zum Fahrplanwechsel 2020 einführen kann. Der Grund dafür sind anhaltende Probleme des Zugbauers Bombardier bei der Ausstattung der neuen Doppelstock-IC-Züge mit ETCS. Ohne dieses europäische Zugsicherungssystem ist in Singen Endstation. Schon für dieses Jahr war die Fahrplanumstellung abgesagt worden.

„Der Hersteller ist hier in der Pflicht, denn die stündliche Direktverbindung ist eine klare Angebotsverbesserung, die wir für unsere Kunden schnellstmöglich umsetzen wollen“, sagte ein Sprecher der Bahn unserer Zeitung. Ein Datum, wann der Stundentakt kommt, nannte der Sprecher trotz Nachfrage nicht. Auch das Bundesverkehrsministerium antwortete auf eine Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Matthias Gastel ausweichend.

Und was wird aus Stuttgart 21?

Auch der künftige Bahnknoten Stuttgart 21 soll mit ETCS ausgestattet werden, um dort eine höhere Zugfolge zu ermöglichen. Gastel sieht dies skeptisch: „Wenn schon die Ausstattung einiger Züge mit ETCS derartige Probleme macht, dann drängt sich die Frage auf, wie dies im wesentlich komplexeren Bahnknoten von Stuttgart 21 gelingen soll.“ Nach dem gegenwärtigen Stand der Technik dürften die meisten deutschen Züge den neuen Tiefbahnhof gar nicht anfahren.

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